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Johann Alexander, Ansicht von Dresden, nach 1738

Johann Alexander, Ansicht von Dresden, nach 1738

Blick auf Dresden vom Weißen Hirsch aus.
Öl auf Leinwand, doubliert. 78 x 110 cm. Nach 1738.

Losnummer: 6034


„Als ich nach der Augustusbrücke kam, die ich schon so gut aus Kupferstichen und Gemälden kannte, kam es mir vor, als ob ich früher schon einmal im Traum hier gewesen wäre", so beschrieb der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen seinen ersten Eindruck, der ihn 1847 beim Anblick Dresdens erfasste.
Vorliegendes Gemälde von Johann Alexander Thiele, das etwa 100 Jahre zuvor entstand, gibt den bis heute unverkennbaren Anblick Dresdens im Elbtal wieder: Rhythmisch schwingt sich der Elbstrom im Wechsel mit den Hügelketten um die Stadt Dresden. Thiele gibt die magische Atmosphäre dieser Gegend wieder: Eingerahmt wird Dresdens von einer idyllischen Flusslandschaft, auf dem einzelne Schiffe fahren und über der sich ein weiter in Rosatönen gehauchter Himmel erstreckt. Im Vordergrund genießen einzelne Figuren auf einer Erhöhung und einem Belvedere die Ansicht des Tals. Der barocke Turm von der sich auf einem achteckigen Grundriss erhebenden Loschwitzer Kirche ist ebenso im Vordergrund erkennbar. Die Silhouette von Dresden mit den einzelnen berühmten Bauwerken und der bereits erwähnten Augustusbrücke, die den historischen Kern mit der Dresdener Neustadt verbindet, sind zum anderen dargestellt. Dem Betrachter wird der innere Gehalt der Stadt mit ihren Kunstschätzen und die Ausstrahlung ihres geistigen und künstlerischen Lebens verdeutlicht. In vorliegendem Gemälde verbindet sich Kunst- und Naturerlebnis einmalig.
Ein kleines Detail verhilft zur Datierung der Komposition: Die steinerne Kuppel der Frauenkirche, die erst 1733 vertraglich vereinbart wurde, ist noch nicht erbaut. Durch bauliche Probleme wurde erst 1741 mit der Laterne begonnen und schließlich 1743 durch das Aufsetzen eines Kuppelkreuzes der Monumentalbau vollendet. Thiele war 1738 nach Dresden zurückgekehrt und wurde in der Regierungszeit von König August III. zum Hofmaler ernannt. Er setzte seine bereits unter August dem Starken begonnene Reihe von Ansichten des kursächsischen Staates Sachsen fort. Harald Marx vermutet, dass ursprünglich alle von Thiele gemalten Ansichten zu einem einzigartigen und höchst repräsentativen Panorama Sachsens zusammengefügt werden sollten. Vorliegende Ansicht Dresdens muss rasch nach Thieles Wiederkehr entstanden sein und bildet einen unvergleichbaren Höhepunkt dieser Reihe. Keine weitere Ansicht Dresdens von Thiele ist in dieser Form bekannt. Im Ausstellungskatalog "Die schönsten Ansichten aus Sachsen. Johann Alexander Thiele (1685-1752)“, Harald Marx (Hrsg.), Dresden 2002, finden sich lediglich zwei Gemälde Thieles, die sich zwar Dresden widmen, aber mit anderen Schwerpunkten umgesetzt wurden: Bei der "Ansicht von Dresden mit der Augustusbrücke" von 1746 (Öl auf Leinwand, 104x 1530 cm, Dresden, Gemäldegalerie, Alte Meister, Gal.-Nr. 3660) handelt es sich um eine Stadtvedute im klassischen Sinne und bei dem "Blick von den Lößnitzhöhen auf Dresden" von 1751 (Öl auf Leinwand, 103 x 156 cm, Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister, Gal.-Nr. 3181) erscheint Dresden dem Betrachter nur am fernen Hintergrund, während der Fokus auf die Landschaft gerichtet ist. Unsere Gemälde verbindet indessen meisterhaft beides, Vedute und Landschaftsmalerei, und ist deshalb so einzigartig.
Mit einer schriftlichen Bestätigung der Zuschreibung an Johann Alexander Thiele von Prof. Dr. Harald Marx (ehemaliger Direktor der Staatlichen Gemäldesammlung, Dresden) vom 12. November 2002. - Doubliert.


Veranstaltungshinweise:

Am 28.11.2014 104. Auktion: Gemälde Alter und Neuerer Meister


Schätzpreis: 24.000,-  EURO

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