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Vorbericht zur Kunstauktion am 23.02.2013

Andy Warhol: Sibirischer Tiger

Andy Warhol schuf 1983 auf Anregung des New Yorker Galeristen Ronald Feldman und dessen Frau Frayda einen graphischen Zyklus von zehn vom Aussterben bedrohten Tierarten. Das Anliegen, mit Mitteln der Kunst auf einen ökologischen Mißstand hinzuweisen, war hochaktuell. Der Siebdruck mit dem „Sibirischen Tiger“, den Stahl in seiner Februar-Auktion anbietet, ist mit seiner Auflage von 150 Stück sogar noch seltener als die in freier Wildbahn lebenden Exemplare. Dennoch ist der Limitpreis mit 29.000 € moderat angesetzt.
Mit einem Tiermotiv ist auch Alexander Koester vertreten. Es handelt sich, wie könnte es anders sein, um ein Gemälde mit Enten (7.000 €). Aber auch die großformatigen Stockrosen in der typischen Art des Künstlers dürften für 15.000 € einen neuen Liebhaber finden. Nach seiner Façon selig werden, wer wünscht es sich nicht? In den ‘Gefilden der Seligen‘, wie Heinrich Zernack sein Triptychon von 1931 nannte, sieht man die Menschen den Vergnügungen der modernen Zeit in der Ausprägung der späten Weimarer Republik nachgehen. Das vielfigurige Hauptwerk des Künstlers wird mit 4.000 € aufgerufen.

‘Die büßende Magdalena‘ ist ein Höhepunkt bei den Altmeistern. Das virtuos ausgeführte großformatige Gemälde mit dem typisch gegenreformatorischen Thema stammt laut dem Gutachten von Emilio Negro und Nicosetta Roio von Guido Reni (30.000 €). Der überwiegend in Italien tätige Däne Bernhard Keil gehört zu den ungewöhnlichsten Künstlern des 17. Jhs. Seine ‘Savoyardenfamilie in der Küche‘ kostet ab 15.000 €. Das lebhafte Treiben vor einem Wirtshaus in einer Ruine und mit Landschaftsausblick schuf Jan Cornelisz. Droochsloot 1641 (9.000 €). Ein ausdrucksstarke Komposition mit der Heiligen Familie und dem Johannesknaben in der Art des Andrea del Sarto wird Giovanni Battista Verrocchio zugeschrieben (10.000 €). Aus der Sammlung des Königreichs beider Sizilien stammt ‘Die Blaue Grotte in Capri‘ von Antonie Sminck Pitloo. Das Bild mit der berühmten Sehenswürdigkeit sollte den Limitpreis von 8.000 € ohne weiteres übertreffen. Lebhaftes Interesse erwartet Stahl auch für das Portrait einer hübschen jungen Frau in farbenfroher Kleidung. Die Artemisia Gentileschi zugeschriebene Arbeit soll mindestens 4.900 € einbringen.

Franz Hecker gestaltete in einer stimmungsvollen Inszenierung einen Sonnenuntergang hinter einer Winterlandschaft mit Bach (5.800 €). Sonnendurchflutet dagegen ist die ‘Marina Piccola auf Capri‘ von Holger Jerichau (3.800 €).

Eindrucksvoll in Qualität und Quantität ist das Angebot auch bei der Norddeutschen und der Marinemalerei. Ein spätes Gemälde von Otto Modersohn stellt eine ‘Winterlandschaft bei Norden‘ dar (9.500 €), Fritz Flinte ist mit einem seiner berühmten Tischstilleben (6.500 €) sowie mit einer Ansicht des Hamburger Feenteichs vertreten (4.800 €). Die Sammler sinnlicherer Motive werden sich für zwei Bilder mit Akten am Strand von Ivo Hauptmann interessieren (5.000 € und 4.500 €). Eine umfangreiche Offerte von gleich 13 Werken Ernst Eitners verdeutlicht die ganze Bandbreite des Könnens dieses überragenden Erneuerers der Hamburgischen Moderne.
Der New Yorker Marinemaler Antonio Jacobsen zeigt einen Dampfer der Hamburger Sloman-Reederei auf dem Weg in die USA (3.500 €). Der ebenfalls in Hamburg ansässigen Reederei OPDR gehörte das Dampfschiff ‘Gibraltar‘, das John Henry Mohrmann in Begleitung eines Lotsen malte (2.800 €). Bietgefechte sind auch abzusehen für zwei Arbeiten des beliebten Marinemalers Johannes Holst (4.900 € und 3.300 €).
Das bedeutendste Objekt der Graphikofferte ist der ‘Totentanz‘ von Horst Janssen. Die vollständige und sehr gut erhaltene Folge von elf Radierungen wird mit 4.500 € aufgerufen.

Das europäische Silber wird angeführt von einem opulenten und sehr umfangreichen Tafelservice 'Akanthus' der Hamburger Manufaktur Wilm (28.000). Aus der berühmten und legendären Manufaktur Fabergé stammt ein außergewöhnlicher Kovsh mit Münze der Zarin Katharina II., der besonders die Freunde des russischen Kunstgewerbes entzücken dürfte (3.500 €). Eine Jugendstil-Kanne mit Tablett und Halbedelsteinen stammt ebenfalls aus dem Reich der Zaren und trägt den Stempel des Moskauer Silberschmieds Tarasov (1.800 €).

Beim europäischen Porzellan dürfte ein umfangreiches Tafelservice aus dem Besitz der russischen Zarin Maria Fjodorowna, auch bekannt als Dagmar von Dänemark, für großes Aufsehen sorgen. Das Service aus der Manufaktur Kgl. Kopenhagen mit Teilen aus St. Petersburg stammt vom ehemaligen Sommersitz der Zarin nahe Kopenhagen (8.000 €). Eine weitere Rarität ist das feine Meissener Service mit seltenen Holzschnittblumen aus dem 18. Jh., das mit 9.000 € aufgerufen wird.

In der Sektion Jugendstil wird eine große Gallé-Vase mit Magnolien angeboten. Ihr Startpreis liegt bei 3.200 €. Weiterhin enthält die Auswahl an Jugendstil- und Art Nouveau-Kunsthandwerk auch eine Tischlampe mit Waldlandschaft aus der Manufaktur Muller Frères Lunéville (1.200 €).

Bei den Bronzen bezaubert eine exotische Figurengruppe des mittelamerikanischen Bildhauers Francisco Zuñiga. Seine ‚Reispflanzerinnern‘ kennzeichnet ein regionaltypischer Stil, der von klassischen Formen und der aztekischen Kunst seiner Heimat beeinflusst ist (7.500 €). Auch die Figur ‚Usbekischer Eselsreiter‘ von Jo Jastram widmet sich dem Themenkreis außereuropäischer Kulturen. Ihr Startpreis liegt bei 1.800 €.

Skulptural geht es auch beim Glas zu. Eine umfangreiche Sammlung von Murano-Objekten beinhaltet Entwürfe namhafter italienischer Künstler. Badiolis Glasskulptur 'Donna Incinta' entstand mittels einer malerisch-modellierenden Gläsbläser-Technik (2.600 €). Die Venini-Vase 'Tessuto' von Carlo Scarpa besticht mit ihrer an ostasiatische Vorbilder erinnernde Form (850 €).

Die Auswahl an erlesenen Schmuckstücken enthält ein außergewöhnliches Art-Déco-Armband mit hochkarätigem Diamant-Besatz (9.000 €). Nach den Erfahrungen der letzten Auktionen darf man auch bei dem Jugendstil-Anhänger mit Naturperle und Brillant-Besatz (1.500 €) äußerst gespannt sein. Besonders bei der internationalen Klientel des Auktionshauses Stahl stehen die seltenen Naturperlen hoch im Kurs und haben in der Vergangenheit zu wahren Bietgefechten geführt. Das aufwendige und hochkarätige Collier mit 116 weißen Princess-Diamanten beginnt bei 28.000 €. Auch der moderne Gold-Armreif mit Brillant-Besatz 'Amore' von Pasquale Bruni Bossio dürfte mit seiner leidenschaftlichen Botschaft das Herz von so mancher Bieterin erobern (6.000 €). Den aktuellen Trends der Zeit wird unser hochwertiges Angebot an Armbanduhren desgleichen gerecht: namenhafte Manufakturen wie Jaeger LeCoultre (Damen-Uhr ‚Reverso Duetto für 6.500 €), Rolex oder Audemars Piguet sind ebenso vertreten wie Chopard mit einer limitierten Herren-Uhr ‚Luna D’Oro‘ (19.000 €).

Asiatische Kunst
Die Spezialauktion von asiatischer und vornehmlich chinesischer Kunst wartet mit Höhepunkten aus europäischen Sammlungen auf. Als ganz besondere Sensation kann der Aufruf einer alten und bedeutenden Privatsammlung chinesischer Artefakte aus französischem Adelsbesitz gelten: Die absolut marktfrischen Preziosen umfassen archaische Bronzen, spektakuläre Jade-Objekte und Keramiken. Angeführt wird diese exquisite Auswahl von einer spektakulären Ritual-Bronze in Vogelform (25.000 €). Das museale Objekt aus der Zeit der Streitenden Reiche (5.-3. Jh. vor Chr.) ist mit feinen Edelmetall-Einlagen verziert und darf mit Recht als überaus selten bezeichnet werden. Ebenfalls außergewöhnlich ist eine imposante Schale aus feinster spinatgrüner Jade, die allein schon wegen ihrer Ausmaße und eines Gewichts von 12,5 kg beeindruckt (8.000 €). Auch ein großes Deckelgefäß aus der Zeit der Nördlichen Dynastien dürfte auf großes Interesse stoßen – sind diese Objekte doch überwiegend nur in bedeutenden Museen anzutreffen und ganz selten auf dem Kunstmarkt verfügbar (8.000 €).
Neben Höhepunkten aus allen Sparten und Bereichen wird dieses Mal ein weiterer Schwerpunkt auf dem Porzellan und der Malerei liegen. Hervorzuheben sind auch eine feine Seladon-Vase mit Relief-Medaillons (25.000 €) und eine exzeptionelle Jade-Kanne in Doppelkürbis-Form (30.000 €). Die Kanne aus erlesener, weißer Jade ist einseitig mit Zeilen aus einem berühmten Tang-zeitlichen Gedicht des Poeten Wang Wei graviert. Den Kulturaustausch zwischen China und dem Westen belegt eine Kaffeekanne mit großem preußischen Staatswappen (15.000 €). Diese in China für den Export nach Preußen gefertigte Kanne ist als Nachklang auf das berühmte ‚Wappenservice aus Kanton‘ zu interpretieren. Teile dieses Services, das Friedrich II. zum Geschenk gemacht wurde, befinden sich heute in den Sammlungen der Preußischen Schlösser und wurden vor Kurzem, im Rahmen des Friedrich-Jahres, der Öffentlichkeit präsentiert.
Eine langjährig zusammengetragene Sammlung außergewöhnlicher chinesischer Republik-Porzellane wirft einen Blick auf die Kunst der post-imperialen Epoche Anfang des 20. Jhs. Darunter sind einige von Künstlerhand signierte und datierte Stücke. Eine große Rouleau-Vase des berühmten Zhushan-Künstlers Wang Qi (1884-1937) greift mit ihrem opulenten Bildmotiv eine klassische Szene der chinesischen Mythologie auf (2.800 €). Ebenfalls mythologisch inspiriert ist eine opulente Vase mit dem buddhistischen Motiv der 18 Lohans von 1940 (2.800 €). Auch eine ‚Da Ya Zhai‘-Vase sticht mit ihrem gelbem Fond und der feinen Grisaille-Malerei hervor (3.500 €). Die Fachliteratur verortet diese spezielle Gruppe von Porzellanen im unmittelbaren Umfeld der legendären Kaiserinmutter Cixi.
Auch die Bildwerke namhafter Künstler der chinesischen Moderne dürften das Interesse der vorwiegend in Fernost beheimateten Sammler auf das winterliche Hamburg lenken. Offeriert wird u.a. eine mit schwungvollem Duktus gemalte Gruppe von ‚Trauerschwänen‘ von Wu Guanzhong (吴冠中) aus dem Jahr 1989 (20.000 €). Der Maler zählt zu den herausragenden Vertretern der modernen chinesischen Kunst und erzielt auf den internationalen Handelsplätzen regelmäßig Höchstpreise.
Diese erste Sonderauktion Asiatischer Kunst bildet den Auftakt zu einem spannenden und ereignisreichen Jahr, für welches das Auktionshaus Stahl mit gehaltvoller Tradition und innovativen Ideen bestens gerüstet ist.




Quelle: © Auktionshaus Stahl

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