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Antonio Carneo, Jephta und seine Tochter

Antonio Carneo, Jephta und seine Tochter

Jephta und seine Tochter.
Öl auf Leinwand. 94,5 x 133 cm.

Losnummer: 6066


Das Werk, das bereits seit den 1930er Jahren in der Sammlung des Wiener Kunsthistorikers und exzellenten Kenners italienischer Skulptur Leo Planiscig nachweisbar ist und sich seither im Besitz von dessen Familie befand, wird erstmalig nach etwa 8 Jahrzehnten wieder im Kunsthandel angeboten. Bei dem Gemälde handelt es sich wie Roberto Contini, Berlin schreibt (e-Mail vom 25. September 2012), um ein herausragendes Werk von Antonio Carneo.
Carneo, in der Provinz Venedig gebürtig und in Udine und Portogruaro im Friaul tätig, ist ein Vertreter der venezianischen Schule des Hochbarock. Ausgehend von Veronese, Padovanino und Tintoretto übernahm er auch Einflüsse späterer venezianischer Meister wie Bernardo Strozzi, Johann Liss und Domenico Fetti.
Dargestellt ist die im alten Testament im Buch der Richter beschriebene Begegnung des Feldherren Jephta mit seiner Tochter nach dessen Heimkehr vom Feldzug (Ri 11, 30-40). Die als nahsichtiges Panorama entwickelte Szene des Gemäldes, lässt den Betrachter quasi zum Teilnehmer des dargestellten Geschehens werden. Die Bewegungen der einzelnen Figuren - das verzweifelte Hände wringen des Jephta und die freudige, den Vater Willkommen heißende erhobene Hand der Tochter - unterstreichen die Dramatik des Vorgangs. Carneo betont durch die Wahl des Bildausschnitts und der Bewegungsmotive der Protagonisten das Momenthafte der Situation. Diese Art der Bildauffassung findet sich auch auf verschiedenen anderen Werken des Künstlers, wie etwa bei "Mars und Venus" (Privatsammlung Udine) oder "Laban und Rahel" (Nationalmuseum Warschau, s. Rodolfo Pallucchini: La Pittura Veneziana del Seicento, Mailand 1981, Bd. I, S. 272-276 (zu Carneo allgemein) sowie Bd. II, Abb. 912 und 920).
Auch hinsichtlich des markanten, naturalistischen Figurentypus bestehen Parallelen mit dem soeben genannten "Mars und Venus", wobei vor allem das stark modellierte Gesicht mit dem rötlichen Inkarnat auffällt. Am Eindrucksvollsten jedoch ist das in diesem Werk entwickelte Kolorit, das in Carneo einen hervorragenden Vertreter der Malerei des Veneto erkennen lässt: kräftige Purpur-, Karmesinrot-, Blau-, Grün- und Goldtöne in diversen Schattierungen und Nuancen kontrastieren wirkungsvoll mit den Inkarnaten. Diese eigene Farbigkeit verbindet das Gemälde eher mit den Schöpfungen Domenico Fettis und Bassanos als mit dem Tenebristen Antonio Zanchi, dessen Chiaroscuro besonders in den späteren Werken Antonio Carneos wirksam wird.

Provenienz: Sammlung Leo Planiscig (1887 - 1952), Wien; seither in Familienbesitz.

Zusatzabbildung: Wohnung von Leo Planiscig am Wiener Opernring, um 1930, mit dem Gemälde im hinteren Salon


Veranstaltungshinweise:

Am 29.11.2012 100. Kunst-Auktion


Schätzpreis: 24.000,-  EURO

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