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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Der russische Maler Erik Bulatov in der Kestnergesellschaft Hannover

Freiheit ist auch nur ein Wort



Plakative Buchstabenfolgen in kyrillischer Schrift füllen seine Leinwände und dynamisieren seine Bilder. Propaganda trifft auf Werbung, Kritik auf Affirmation, konkrete Poesie auf typografische Megazeichen, Tradition auf Avantgarde. Akademisch wirkende Landschaften oder blaue Himmelszenen mit Schäfchenwolken werden durch schräg angeschnittene Buchstabenungetüme oder Gitterstrukturen verstellt, der Blick auf das Idyllische durch Worte behindert. Für Betrachter, die des Russischen nicht mächtig sind, erschließt sich die Botschaft dieser Bilder Erik Bulatovs erst in der Übersetzung. „Freiheit ist Freiheit“ ist da zu lesen oder aber „Der Himmel hinter dem Gitter“ oder „Ich lebe, ich sehe“. Kryptische Botschaften, die westlich geprägte Betrachter wahrscheinlich nie so ganz verstehen werden.


Erik Bulatov gilt als der bedeutendste russische Maler der Gegenwart, aber dennoch ist er im Westen relativ unbekannt. Vor rund 18 Jahren erlebte er, als Maler der Perestroika von westlichen Medien und Ausstellungsmachern entdeckt, eine kurze Konjunktur der Aufmerksamkeit. Ob in Zürich, Amsterdam, Frankfurt, Paris oder Chicago - überall gab es plötzlich Einzelausstellungen des in seiner Heimat staatlich drangsalierten und reglementierten Malgenies. Danach ist es erstaunlich still geworden um Bulatov, der seit 1991 in Paris lebt und mit unverminderter Produktivität Bilder malt.

Zeit also für eine Wiederentdeckung: Die Kestnergesellschaft Hannover zeigt nun mit der Ausstellung „Freiheit ist Freiheit“, die neben rund 20 großformatigen Gemälden auch eine Auswahl seiner Zeichnungen präsentiert, die erste große Einzelausstellung in Deutschland seit 1988. Der Zeitpunkt scheint gut gewählt. Immerhin wird Bulatov in diesem Jahr auch erstmals mit einer Einzelausstellung in der Moskauer Tretjakow-Galerie in seiner Heimat gebührend gewürdigt. Der 1933 in Swerdlowsk geborene Maler, der sich in der Sowjetunion als Kinderbuchillustrator seinen Lebensunterhalt verdiente, konnte bis spät in die 1980er Jahre hinein nicht öffentlich ausstellen. Illegale Ausstellungen im Moskauer Untergrund wurden oft bereits schon nach einer Stunde von Polizei und Staatssicherheit geschlossen. Ähnlich wie sein enger Freund, der Konzeptkünstler Ilya Kabakov, galt Bulatov als „Inoffizieller“ - isoliert und vom staatlich kontrollierten Ausstellungsbetrieb ausgeschlossen.

Warum stellte ein Maler, dessen Bilder sich virtuos des Formenvokabulars der russischen Avantgarden der 1920er und 1930er Jahre bedienten, offenbar eine Bedrohung für das Staatswesen dar? Wahrscheinlich deshalb, weil er nicht nur in seiner Malerei immer wieder Fragen gestellt hat. Fragen nach dem Dahinter, jenseits der propagandistischen Oberflächen. „Wohin Du auch schaust, nichts als Oberfläche, Oberfläche, Oberfläche. Aber alles, was tatsächlich wichtig ist, existiert jenseits der Oberfläche. Wie kann man dorthin gelangen?“ Auf Bulatovs geometrisch strukturierten Bildern verschränken sich die metaphorischen Bildebenen, das Davor und das Dahinter, die Schrift und die Stadt oder Landschaft.

1989, der Eiserne Vorhang beginnt sich zu heben, malt er das doppeldeutige Bild „Sonnenaufgang, Sonnenuntergang“: Das Emblem der KPdSU als wahlweise auf- oder untergehende Sonne über dem Ozean am Ende des Horizonts. Die Symbolik kommunistischer Herrschaft ist in Russland mittlerweile durch Warenzeichen und Firmenlogos ersetzt worden, ideologische Gängelung durch Geschäftemacherei. New York und die amerikanische Flagge werden ebenso zum Bildgegenstand wie die nächtliche Silhouette eines düster-winterlichen Moskaus. Die Frage nach der künstlerischen Freiheit jedoch stellt sich für den distanzierten Beobachter Bulatov nach wie vor: „Eigentlich ist das Bild die einzige Realität, an die ich glaube.“

Die Ausstellung „Erik Bulatov - Freiheit ist Freiheit“ ist bis zum 28. Mai zu sehen. Die Kestnergesellschaft hat täglich außer montags von 10 bis 19 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog im 120 mit 96 Seiten und rund 50 Abbildungen zum Museumspreis von 32 Euro erschienen.

Kontakt:

Kestner Gesellschaft

Goseriede 11

DE-30159 Hannover

Telefon:+49 (0511) 701 20 10

Telefax:+49 (0511) 701 20 20

E-Mail: kestner@kestner.org



02.03.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


24.02.2006, Erik Bulatov - Freiheit ist Freiheit

Bei:


Kestner Gesellschaft

Bericht:


Caroline Käding wird Geschäftsführerin der Kestner Gesellschaft

Künstler:

Erik Bulatov










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