Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Passage II. Hommage à Watteau / Doris Ziegler

Passage II. Hommage à Watteau / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /
© Kunstmarkt Media


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
www3.kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Düsseldorf zeigt Tschechische Glaskunst

Neuaufbruch in der Nachkriegszeit



Jan Kotík, Propeller Vase, Škrdlovice 1955

Jan Kotík, Propeller Vase, Škrdlovice 1955

Bedingt durch die Zweiteilung Europas nach 1945 wurde im Westen die Entwicklung der Glaskunst in Tschechien kaum wahrgenommen, geschweige denn gewürdigt. Ihr herausragender Ruf basierte lediglich auf ausgewiesene Leistungen vergangener Epochen. In den 1950er und 1960er Jahren standen neben den Produkten aus dem venezianischen Murano besonders die Glasgestaltungen Schwedens und Finnlands im Fokus internationalen Interesses. Der Fall des eisernen Vorhanges erlaubt nun eine ganzheitliche Betrachtung und Aufarbeitung bisher nicht beachteter Phasen in der künstlerischen Entwicklung des Glasers.



Erstaunt stellt der Besucher der Düsseldorfer Ausstellung „Aufbruch. Tschechisches Glas 1945-1980“ im Museum Kunst Palast fest, dass nach der Vertreibung der Sudetendeutschen keineswegs die künstlerische Glasproduktion in Böhmen zusammengebrochen ist, sondern junge Gestalter ideenreich und dynamisch anknüpfend an alte Traditionen in eine neue Zeit starteten. Nach einer Phase der Unterdrückung in den unmittelbaren Nachkriegsjahren liberalisierte sich die Situation. Zur Stärkung des kulturellen Erscheinungsbildes des Landes erschien der kommunistischen Führung das traditionell hoch geschätzte und positiv belegte böhmische Glas als ein geeignetes Mittel. Auf internationalen Ausstellungen, wie der Weltausstellung 1960 in Brüssel über die XII. Mailänder Triennale 1960 bis hin zu den Weltausstellungen 1967 in Montreal und 1970 in Osaka, konnte der Auf- und Durchbruch des tschechischen Glases bestaunt werden. Deren Stücke erwiesen sich denen aus Skandinavien oder Murano ebenbürtig, was aber von der westlichen Presse unbeachtet blieb.

Während sich die frühen Gläser aus den 1940er Jahren in ihren Bemalungen noch am sozialistischen Realismus orientieren, ändert sich das Design in den späten 1950er und den 1960er Jahren, die in der ersten Ausstellungssektion behandelt werden. Die Gestaltung wird formal sichtlich moderner. Viele Künstler bevorzugen die Arbeit in diesen abstrakten Ausdrucksmitteln, weil sie frei von staatlichen Vorgaben waren. Im Gegensatz zu anderen Bereichen konnten die Kunstschaffenden hier unabhängig ihren Ideen frönen, die sich formal von denen westlicher Kollegen wenig unterscheiden. So entwickelte Marta Kerhartová-Pereínová 1958 eine Vase in sich nach oben öffnender Kegelform, die sie mit einem feinen Gespinst von gravierten Fäden in sieben Reihen überzog. Und Lubomír Blecha komponiert in seinem brauntönigen „Objekt“ von 1965 verschieden große Glaskugeln mit runden Öffnungen zu einem rebenartigen Gebilde.

Ergänzend ausgestellte Entwurfszeichnungen demonstrieren die eindrucksvollen Ideen der tschechischen Künstler. Die teils großformatige tschechische Glasskulptur markiert zusätzlich das Vordringen in den Raum und das Überschreiten von Grenzen, wie Bretislav Nováks mattierter, hohler Glaszylinder von 1969, der eiszapfenartig ausfranst. In der zweiten Sektion, die sich den weiteren Entwicklungen in den 1960er und 1970er Jahren widmet, wird die schrittweise erfolgte internationale Anerkennung nachgezeichnet. Ab den 1980er Jahren nahm die tschechische Republik dann eine führende Position in der Glaskunst ein.

Die Ausstellung bedeutet über weite Strecken eine Neuentdeckung und bringt neben vielen weniger bekannten Arbeiten wichtige Künstler und Lehrer zu Bewusstsein, die das tschechische Glas maßgeblich beeinflusst haben. Auf 750 Quadratmetern zeigt die Schau 360 Arbeiten von 45 Künstlern. Im Mittelpunkt der zahlreichen Unikate steht die 3,40 Meter hohe Glas-Raum-Skulptur „Baum des tschechischen Glases“ aus dem Jahr 1959 des heute 83jährigen Künstlers René Roubícek.

Die Ausstellung „Aufbruch. Tschechisches Glas 1945 bis 1980“ ist noch bis zum 16. Mai zu besichtigen. Geöffnet ist täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, freitags bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogbuch zum Preis von 74,80 Euro an der Museumskasse. Parallel dazu vermittelt die Schau „Epochen des Erfolgs – 400 Jahre Glas in Böhmen“ den handwerklichen und künstlerischen Hintergrund für die Entwicklung des tschechischen Glases nach 1945 und zeichnet anhand der Bestände des Glasmuseums Hentrich die Geschichte der böhmischen Glaskunst von der späten Renaissance bis ins beginnende 20. Jahrhundert nach.

Kontakt:

Museum Kunst Palast

Ehrenhof 4-5

DE-40479 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 566 42 100

Telefax:+49 (0211) 566 42 906

E-Mail: info@museum-kunst-palast.de

Startseite: www.museum-kunst-palast.de



18.03.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (2)Adressen (1)Berichte (4)Variabilder (9)

Veranstaltung vom:


26.02.2005, 400 Jahre Glas in Böhmen

Veranstaltung vom:


19.02.2005, Tschechisches Glas

Bei:


Museum Kunst Palast

Bericht:


Skulpturale Glaskunst in Heilbronn

Bericht:


Gläserne Kunst in Berlin

Bericht:


100 Jahre Museum Kunst Palast

Bericht:


Ein Gläschen in Ehren...

Variabilder:

Vera Liskova, Game of Drops, Prag, um 1977
Vera Liskova, Game of Drops, Prag, um 1977

Variabilder:

Vladimír Kopecký, Vase “Statues of Charles Bridge”, Prag 1958
Vladimír Kopecký, Vase “Statues of Charles Bridge”, Prag 1958







Vera Liskova, Game of Drops, Prag, um 1977

Vera Liskova, Game of Drops, Prag, um 1977

Vladimír Kopecký, Vase “Statues of Charles Bridge”, Prag 1958

Vladimír Kopecký, Vase “Statues of Charles Bridge”, Prag 1958

René Roubícek, Objekt, Nový Bor 1960

René Roubícek, Objekt, Nový Bor 1960

René Roubícek, Vasenobjekte, Nový Bor 1964/65

René Roubícek, Vasenobjekte, Nový Bor 1964/65

Zdenka Strobachová, Vase, Nový Bor 1957

Zdenka Strobachová, Vase, Nový Bor 1957

Pavel Hlava, Vasenobjekte, Nový Bor 1958

Pavel Hlava, Vasenobjekte, Nový Bor 1958

Lubomir Blecha, Objekt freigeblasen, Skrdlovice 1959 oder 1965

Lubomir Blecha, Objekt freigeblasen, Skrdlovice 1959 oder 1965

Bretislav Novák, Objekt, Prag, 1969

Bretislav Novák, Objekt, Prag, 1969




Copyright © '99-'2022
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce