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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bassenge legt in seiner Druckgrafikauktion wieder eine gediegene Auswahl vom späten Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert vor und hofft mit seltenen Blättern auf rege Beteiligung

Neues Glück



Albrecht Dürer,  Die Nemesis (Das große Glück), um 1501/02

Albrecht Dürer, Die Nemesis (Das große Glück), um 1501/02

Weltbeherrschend und zuversichtlich schwebt Nemesis über dem Panorama von Klausen im Eisacktal. Von großen Schwingen getragen, steht die unbekleidete, etwas beleibte Frau mit flatternden Tuchzipfeln auf einer Kugel und hält sowohl den Kelch zum Lohn für gute Taten als auch die Zügel in ihren Händen, um sie dem Unmäßigen anzulegen. Die Unbeständigkeit des Glücks findet in der Leichtigkeit des Schwebens und dem unsicheren Standmotiv auf der Kugel ihren symbolischen Ausdruck. Albrecht Dürers Kupferstich „Die Nemesis“ aus der Zeit um 1501/02, der früher als „Das große Glück“ bezeichnet wurde, findet seine literarische Vorlage bei Angelo Poliziano. Der Florentiner Humanist vereint die römische Glücksgöttin Fortuna mit Nemesis, der griechischen Göttin der Vergeltung, in einem lateinischen Gedicht in ein und derselben Gestalt. Der Kupferstich, bei dem Dürer den Goldenen Schnitt nach dem Proportionsschema des Vitruv bei einer menschlichen Figur erstmals angewendet hat, soll als harmonischer und feinzeichnender Abzug bei Bassenge in Berlin nun marktgerechte 40.000 Euro einfahren.


Darüber hinaus ist Albrecht Dürer in der Auktion „Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts“ mit knapp fünfzig Arbeiten wieder gut vertreten und hofft für seinen seltenen Holzschnitt „Der heilige Christophorus mit dem Vogelzug“ auf 4.000 Euro, ebenso wie für den klaren Frühdruck „Maria Verkündigung“ aus der Folge „Das Marienleben“ um 1503. In die Fünfstelligkeit geht es bei Dürer etwa mit der bis auf ein Blatt vollständigen „Kleinen Holzschnittpassion“ in 36 späten Abzügen teils nach der lateinischen Buchausgabe von 1612 für 18.000 Euro oder mit seinem Portraitstich des Humanismus-Gelehrten „Erasmus von Rotterdam“ aus dem Jahr 1526 für 15.000 Euro. Für Dürers beseelten Kupferstich „Die Jungfrau mit der Birne“ von 1511 im zweiten Zustand und mit einem ungewöhnlich breiten Rand haben die Bassenge-Experten 24.000 Euro angesetzt.

Die Alten Meister

Aus dem frühen 16. Jahrhundert beteiligen sich noch Hans Burgkmair d.Ä. mit seinem raren kolorierten Farbholzschnitt „Die Jungfrau mit dem schlafenden Kind und den Heiligen Konrad und Pelagius“, der 1505 Aufnahme in das Missale Constantiense fand (Taxe 6.000 EUR), oder Lucas Cranach d.Ä. mit seiner Grafik „Die Versuchung des heiligen Antonius“, für die er sich 1506 allerlei grauenvolle Wesen fantasievoll ausdachte (Taxe 15.000 EUR). Matthäus Zasingers Kupferstich „Die Umarmung“ von 1503 mit einem Liebespaar in einer spätgotischen Stube gilt in Durchführung und Stimmungsgehalt als „reifste und schönste seiner Arbeiten“ und verlangt 12.000 Euro. Mit dem Vanitas-Motiv eines Totenschädels, auf dem überdies noch eine Fliege krabbelt, hat der um 1500 in Köln geborene Jacob Binck sein Selbstbildnis bestückt (Taxe 1.800 EUR).

Die italienische Renaissance setzt schon etwas früher ein und hat mit Andrea Mantegnas wohl um 1450/55 gestochener liebevoller Darstellung „Die Madonna mit dem Kind“ eine seltene Arbeit aus seinem druckgrafischen Œuvre im zweiten Zustand zu bieten, bei dem Maria mit einem Nimbus versehen wurde (Taxe 24.000 EUR). Um Joseph, die heilige Elisabeth und den Johannesknaben hat Giulio Sanuto gut hundert Jahre später das Duo aus Maria und dem Jesusknaben erweitert und sie als „Heilige Familie“ in eine südliche Landschaft eingebettet (Taxe 3.500 EUR). Im Neuen Testament bleibt es mit Dirk Jakobsz Vellert und seinen beiden Kupferstichen „Die Versuchung Christi“ von 1523 (Taxe 3.500 EUR) und „Christus auf dem Wasser wandelnd“ von 1525 (Taxe 4.500 EUR) oder auch mit Jacques Bellanges manieristischer Radierung „Drei heilige Frauen“, die als die Drei Marien am Ostermorgen eben zum Grabe Christi gehen (Taxe 15.000 EUR).

Für das Allegorische stehen die Kupferstiche „Die Sieben Tugenden“, die Lucas van Leyden 1530 als weibliche Akte der Caritas, Fides, Fortitudo, Justitia, Prudentia, Spes und Temperantia mit Putten und ihren Symbolen erstellt hat (Taxe 9.500 EUR). Sinnbildlich sind auch die vier charmanten Kinderpaare zu verstehen, die Jan Saenredam 1601 nach Zeichnungen Hendrick Goltzius gestochen hat: Beim Blumenpflücken, Ährenlesen, Früchtesammeln und Schlittschuhlaufen werden sie immer etwas älter und stellen die Vier Jahreszeiten dar (Taxe 3.500 EUR). Hauptmeister des Barock ist dann Rembrandt mit zwanzig Positionen und seiner enigmatischen Radierung „Gelehrter in der Stube, genannt: Faust“ um 1652 bei 25.000 Euro an der Spitze. Ausdrucksstarke Portraits sind mit seinen Bildnissen des Mennonitenpredigers Cornelis Claesz Anslo, des Kupferstichverlegers Clement de Jonghe oder des Apothekers Abraham Francken vorhanden (Taxe je 4.500 EUR). Erzählerisch wird es bei Rembrandt mit der figurenreichen Szene „Christus vor Pilatus“ von 1636 (Taxe 8.000 EUR), während er bei seiner sechs Jahre jüngeren Radierung „Der heilige Hieronymus im Zimmer“ ganz auf den Hell-Dunkel-Effekt setzt (Taxe 3.500 EUR). Mit Robert Picou und seinem Streit nackter Kinder unter dem Titel „Les Petits Lutteurs“ sowie Giovanni Pietro Possentis gramvoller Kreuzigung melden sich zwei weniger geläufige barocke Meister zu Wort (Taxe je 4.500 EUR).

Das 18. Jahrhundert

Als Rarissimum von musealem Charakter beschreibt Bassenge die Radierung „Der ungläubige Thomas“ des Spaniers Ramón Bayeu; ist die rokokohaft zarte Darstellung aus den Ostererzählungen doch ein überaus seltener Probedruck (Taxe 3.500 EUR). Deutlich bekannter und damit auch etwas teurer sind in der Abteilung mit Druckgrafik des 18. Jahrhunderts dann die Dresden-Ansichten Bernardo Bellottos: Seine „Perspective du Pont de Dresde sur L’Elbe“ von 1749 ist im ersten Durchzustand für 9.000 Euro zu haben, die gleichaltrige „Perspective de la Facade de la Gallerie Roiale“ für 8.000 Euro. Mit Giovanni David und seiner bewegten Radierung „Der Raub der Europa“ (Taxe 2.400 EUR) oder Giovanni Battista Tiepolos Frühdruck des „Heiteren Satyrs mit seiner Familie“ aus dem Zyklus „Scherzi di Fantasia“ öffnet sich dann die Welt der Mythologie (Taxe 4.000 EUR). Das unbeschwerte einfache Leben auf dem Lande, das im Rokoko und frühen Klassizismus vor allem beim Adel geschätzt wurde, verhandelt Francesco Londonios Folge der zwölf Pastoralen für Lord Exter aus den Jahren 1763/64 (Taxe 3.500 EUR). Ein Künstler aus dem Umkreis Gabriel Jacques de Saint-Aubins hat sich dann mit der „Ankunft des Philosophen Voltaire in der Hölle“ eines eher skurrilen Themas angenommen: Die um 1780 entstandene Radierung lässt sich als Satire auf den Tod der beiden großen Denker der französischen Aufklärung, Voltaire und Rousseau, deuten (Taxe 3.500 EUR).

Aufbruch in die Moderne

Francesco Piranesis 1781 von sechs Platten gedruckter, über drei Meter breiter Plan der Hadriansvilla in Tivoli mit all ihren Gebäuden und Gartenanlagen, der wohl auf seinen Vater Giovanni Battista Piranesi zurückgeht (Taxe 2.400 EUR), hat im frühen 19. Jahrhundert seine Nachfolger in zwei Rom-Panoramen von Jacques Martin Silvestre Bence. Um 1802/04 schuf er mit der „Vue du Mont Quirinal et d’une partie du Mont Viminal“ und „Vue du Mont Esquilin dessinée du premier ordre du Colisée“ zwei immerhin 170 Zentimeter breite, kolorierte, daher malerische und detailverliebte Radierungen der Ewigen Stadt nach Entwürfen Louis François Cassas (Taxe je 3.000 EUR). Italienisch geht es bei Joseph Anton Kochs vierteiliger und gehefteter Radierfolge mit figurenreichen Szenen aus Dantes Hölle weiter (Taxe 6.000 EUR), die in ihrer dramatischen Anlage noch von Luigi Sabatellis bewegten Inszenierungen „Die Vision Daniels“ von 1809 und „L’Apocalisse“ mit sechs Radierungen von 1809/10 übertroffen wird (Taxe je 2.000 EUR).

Einen eigenen kleinen Abschnitt hat Bassenge diesmal den „Farbholzschnitten der Jahrhundertwende“ gewidmet, in dem sich etwa Margarethe Geibels neunteiliger Zyklus mit Interieurs aus dem Goethe-Haus in Weimar von 1909/13 (Taxe 1.200 EUR), Hugo Hennebergs mit Bäumchenkübeln vollgestellte Ansicht des Parks von Schloss Schönbrunn oder Josef Stoitzners winterlich verschneiter Sonnentag „Aus den Tauern“ mit Spuren im Schnee finden (Taxe je 1.800 EUR). Die „Druckgraphik des Fin de Siècle“ schließt den Hauptteil der Auktion meist mit symbolistischen Arbeiten ab, darunter August Brömses auf bläulichem China radierte „Todte“ von 1902/03, die der Tod in Gestalt eines Skeletts liebevoll auf das Haupt küsst (Taxe 800 EUR). Giovanni Guerrini lässt auf seiner Abendstimmung „Serenità“ Schafe rhythmisiert neben Pappeln weiden, während der Hirte der untergehenden Sonne huldigt (Taxe 2.400 EUR). Fritz Schwimbeck hat sich 1919 für seine Folge „Werden-Vergehen“ acht düster apokalyptische Radierungen mit kosmischem Gepräge ausgedacht (Taxe 1.200 EUR). Für die Genusssucht dieser Epoche stehen dann Henri Evenepoels um 1899 delikat ausgearbeitete Farbradierung mit einem Blick ins Pariser Théâtre des Nouveautés, in der eine Frau mit ihrem Opernglas eben die anderen Zuschauer eifrig studiert (Taxe 2.400 EUR), oder Tyra Kleens Kreidelithografie „Parfum orientale“ von 1907, in der eine Jugendstil-Schönheit in den feinlinigen Schwaden des Wohlgeruchs aufgeht (Taxe 1.200 EUR).

Die Auktion beginnt am 30. November um 10 Uhr. Zur Vorbesichtigung lädt Bassenge vom 23. bis 28. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 29. November von 10 bis 15 Uhr ein. Der Onlinekatalog listet die Kunstwerke unter www.bassenge.com.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com

Startseite: www.bassenge.com



23.11.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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30.11.2022, Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts

Bei:


Galerie Bassenge

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Alte Meister

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Neuere Meister

Bericht:


Wankelmütige Fortuna

Kunstwerk:

Dirk Jakobsz Vellert, Die Versuchung Christi, 1523
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Kunstwerk:

Bernardo Bellotto, Perspective du Pont de Dresde sur L’Elbe, 1749
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Kunstwerk:

Bernardo Bellotto, Perspective de la Facade de la Gallerie Roiale,
 1749
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 Rembrandt, Rembrandt, Die umherziehenden Musikanten, um 1635

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Taxe: 7.500,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 5219

Matthäus Zasinger,  Die Umarmung, 1503

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Taxe: 12.000,- EURO

Losnummer: 5179

Hans Burgkmair d.Ä.,  Die Jungfrau mit dem schlafenden Kind und den Heiligen Konrad und Pelagius, 1499

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Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 5053

Lucas van Leyden,  Die Sieben Tugenden, 1530

Lucas van Leyden, Die Sieben Tugenden, 1530

Taxe: 9.500,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 5158

 Rembrandt, Rembrandt, Bettler und Bettlerin hinter einem Erdhügel, um 1630

Rembrandt, Rembrandt, Bettler und Bettlerin hinter einem Erdhügel, um 1630

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 5221

 Rembrandt, Rembrandt, Die Bettler an der Haustür, 1648

Rembrandt, Rembrandt, Die Bettler an der Haustür, 1648

Taxe: 3.500,- EURO

Zuschlag: 4.800,- EURO

Losnummer: 5222

Fritz Schwimbeck,  Werden-Vergehen, 1919

Fritz Schwimbeck, Werden-Vergehen, 1919

Taxe: 1.200,- EURO

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Losnummer: 5491

Jacques Martin Silvestre Bence, Vue du Mont Quirinal et d’une partie du Mont Viminal, um 1802/04

Jacques Martin Silvestre Bence, Vue du Mont Quirinal et d’une partie du Mont Viminal, um 1802/04

Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 5390

Albrecht Dürer,  Erasmus von Rotterdam, 1526

Albrecht Dürer, Erasmus von Rotterdam, 1526

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 13.500,- EURO

Losnummer: 5102

Francesco Piranesi,  Pianta delle Fabricche esistenti nella Villa Adriana, 1781

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Losnummer: 5359

 Rembrandt, Rembrandt, Christus vor Pilatus (Ecce Homo), 1636

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Losnummer: 5214

 Rembrandt, Rembrandt, Der Reiter, um 1629

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