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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Auktion der Superlative: Christie’s versteigert in New York die Schätze von Paul Allen und hofft auf einen Rekordumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar. Nach Allens Wunsch soll er für wohltätige Ziele eingesetzt werden

Kunst der Extraklasse



Paul Cézanne,  La montagne Sainte-Victoire, 1888/90

Paul Cézanne, La montagne Sainte-Victoire, 1888/90

Berühmt geworden ist Paul Allen als Mitbegründer von Mircosoft. 1975 brachte er zusammen mit Bill Gates das heute größte Softwareunternehmen an der Start und stand mit ihm bis 1983 an dessen Spitze. Aus gesundheitlichen Gründen und wegen Meinungsverschiedenheiten mit Gates verließ er damals Mircosoft, betätigte sich als Investor und Geschäftsmann, war im amerikanischen Profisport aktiv und kümmerte sich um Kunst. Nun kann der 2018 verstorbene Allen nochmals Geschichte schreiben und das mit seiner Kunstsammlung. Denn die 155 Objekte, die jetzt bei Christie’s in New York auf den Markt kommen, sollen rund 1 Milliarde US-Dollar einspielen. Das wäre nominal der höchste Umsatz, der mit einer Privatkollektion bisher auf dem Auktionsmarkt erzielt wurde, und stellte die 920 Millionen Dollar der Macklowe-Sammlung, die Sotheby’s im November 2021 und im Mai 2022 verbuchen konnte, und auch die Auflösung der Besitztümer David Rockefellers in den Schatten, die Christie’s 2018 für rund 835 Millionen Dollar veräußerte.


Und für so einen hohen Wert braucht es bedeutende Kunstwerke. Die hat sich Paul Allen auch zur Genüge zugelegt. Allein unter acht Positionen des ersten Hauptteils steht „Estimate on request“, und die Namen der Künstlerinnen und Künstler lesen sich wie ein Who’s Who aus 500 Jahren Kunstgeschichte, angefangen bei Botticelli und Breughel über Canaletto und Turner bis zu Monet, Manet, Kandinsky, Magritte, Freud, Rothko, Hockney oder Bourgeois. Die meisten Schwergewichte stammen aus dem Impressionismus und der Moderne, so auch der Favorit der Kollektion: Paul Cézannes dauerhafte Beschäftigung mit der Montagne Sainte-Victoire, dem bis zu 1.000 Meter hohen Bergzug im Süden der Provence, den er von seinem Atelier in Aix-en-Provence sehen konnte, gehört heute zu den Ikonen der Malerei um 1900. Paul Allen hat sich seine Version „La montagne Sainte-Victoire“ von 1888/90 aus tektonisch gestaffelten Farbfeldern im Jahr 2001 bei Phillips, De Pury & Luxembourg aus der Berggruen-Sammlung für netto 35 Millionen Dollar zugelegt. Nun sollen es mehr als 120 Millionen Dollar werden, was die bisherige Messlatte für Cézanne verdoppeln würde.

Das ist nicht die einzige neunstellige Preiserwartung, die Christie’s mit der Allen-Sammlung hegt. Zwei postimpressionistische Meisterwerke sollen jeweils 100 Millionen Dollar einspielen, die neuen Auktionsrekorde inkludiert. Georges Seurat stellt dafür das pointillistische Gemälde „Les Poseuses“ von 1888 zur Verfügung, in dem er als Antwort auf Kritiker, seine Malweise sei kalt und lebensfern, drei weibliche Aktdarstellungen eines Modells in seinem Atelier neben sein Jahrhundertwerk „Un dimanche d’été à l’Île de La Grande Jatte“ positionierte. Vincent van Gogh gelten die zweiten 100 Millionen Dollar, die seine 1888 in Arles gemalte helle Frühlingslandschaft „Verger avec cyprès“ auf die Waage bringen soll. Die würden dann auch die 75 Millionen Dollar für sein berühmtes „Portrait du Docteur Gachet“ auf den zweiten Rang verweisen; allerdings ist dieser Spitzenwert auch schon über 30 Jahre alt und müsste heute, die Inflation eingerechnet, mindestens das Doppelte bringen.

Knapp darunter positioniert Christie’s bei 90 Millionen Dollar Paul Gauguins Südseevision „Maternité II“ von 1899 mit zwei Schönheiten und einer stillenden Mutter, für die Paul Allen 2004 den damaligen Rekord von 35 Millionen Dollar springen ließ. Auf gleichem Niveau gesellt sich Gustav Klimts mosaikartiger und verwirrender Ausschnitt eines Birkenwalds mit schlanken Stämmen von 1903 hinzu. Claude Monets blau-violette London-Vedute „Waterloo Bridge, soleil voile“, in der die Brücke fast im Nebel untergeht, soll für mindestens 60 Millionen Dollar über das Auktionspult wandern. Dem schließt sich Edouard Manet mit seiner ebenfalls vom Wasser geprägten Ansicht „Le Grand Canal à Venise“ von 1874 bei 45 bis 65 Millionen Dollar an. Auch Henri Edmond Cross hielt sich 1903/04 in Venedig auf und verewigte dort in pointillistischer Manier den „Rio San Trovaso“ auf dem Dorsoduro in knalligen Farben (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Bei Paul Signac und seinem ruhigen Seestück „Concarneau, calme du matin (Opus no. 219, larghetto)“ von 1891 mit zahlreichen Segelbooten vor der bretonischen Küste strebt Christie’s eine Erhöhung der gültigen Rekordmarke von rund 22,5 Millionen Dollar auf mindestens 28 Millionen Dollar an.

Highlight bei der Alten Kunst ist Sandro Botticellis „Madonna del Magnificat“ aus den späten 1480er Jahren, von der eine zweite größere und ausführlichere Version in den Uffizien hängt. Der Tondo mit der Muttergottes, die eben ihren im Lukasevangelium verzeichneten Lobgesang mit dem neugeborenen Jesu auf dem Schoß niederschreibt, ist auf 40 Millionen Dollar geschätzt. Mit Jan Breughel d.J. geht es ins Allegorische, wenn der Flame auf fünf Holztafeln die fünf Sinne als Frauengestalten mit allerlei stilllebenartigen Zutaten versinnbildlicht (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Giovanni Antonio Canal ließ seinen Blick in der Mitte des 18. Jahrhunderts über die Piazza San Marco in Venedig schweifen und fing den weiten Platz mit noch erstaunlich wenigen Menschen beim Flanieren ein (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Joseph Mallord William Turner feierte 1841 die venezianische Kultur mit seiner fiktiven Szene „Depositing of John Bellini’s Three Pictures in La Chiesa Redentore“, auf der in einer pompösen Wasserprozession heute Giovanni Bellini nur zugeschriebene Werke zur Renaissance-Zeit in die Kirche Il Redentore überführt werden (Taxe 28 bis 35 Millionen USD). Auch John Singer Sargent ließ sich von der Serenissima begeistern und aquarellierte um 1903 „The Façade of La Salute“ (Taxe 800.000 bis 1.200.000 USD).

In seinem frühen Schaffen näherte der Fotograf Edward Steichen seine Bilder mittels Edeldruckverfahren und weich gezeichneten Motiven der Malerei an, etwa auch seine Darstellung des bekannten New Yorker Hochhauses „The Flatiron“, die er mit Kutschen und Lichtpunkten der Straßenbeleuchtung 1904 bei herbstlichem Regenwetter zu abendlicher Stunde aufnahm (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). In die deutsche Moderne geht es mit Paul Klees träumerische Stadtansicht „Schicksalsstunde um dreiviertel Zwölf“ von 1922 (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD) oder mit Wassily Kandinskys farbleuchtender geometrischer Abstraktion „Tiefes Braun“ von 1924 (Taxe 10 bis 15 Millionen USD). Für den surrealistischen Einschlag sorgt vor allem René Magritte mit seinem formatfüllenden Baum „La voix du sang“ von 1948 auf einer Anhöhe vor weiter Flusslandschaft, der sich tabernakelartig an seinem Stamm öffnen lässt und dann ein Haus und eine Kugel präsentiert (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Alberto Giacomettis Bronzefigur „Femme de Venise III“ steht schlank, überlängt und starr seit den späten 1950er Jahren auf ihrem Sockel (Taxe 15 bis 20 Millionen USD).

Ebenso existenziell ging Francis Bacon 1979 sein Triptychon „Three Studies for Self-Portrait“ auf orangefarbenem Grund an (Taxe 25 bis 35 Millionen USD). Sein Londoner Kollege Lucian Freud ließ sich wenige Jahre später von Watteau zu seinem „Large Interior, W11“ inspirieren, aber statt rokokohafter Zartheit und Eleganz wählte er ein heruntergekommenes Zimmer und fünf einfach gekleidete junge Menschen beim eher trostlosen Musizieren. Mit einer Schätzung von mehr als 75 Millionen Dollar strebt Christie’s auch hier den neuen Auktionsrekord an, der auch für Jasper Johns’ wilde bunte explosive Malereicollage „Small False Start“ von 1960 mit Wortfetzen von Farben bei 45 bis 65 Millionen Dollar fällig werden soll. Agnes Martins minimalistisches quadratisches Streifenbild von 1999/2000 nimmt sich dagegen schlicht und unprätentiös aus (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Als Künstlerinnen treten noch Georgia O’Keeffe mit ihrem blau-weißen Stillleben „White Rose with Larkspur No. 1“ von 1927 (Taxe 6 bis 8 Millionen USD), Barbara Hepworth mit ihrer hochovalen geöffneten Bronzeform „Elegy III“ von 1966 (Taxe 3 bis 5 Millionen USD) und Louise Bourgeois mit ihrer ebenfalls als Stele ausgearbeiteten Skulptur „Black Flames“ von 1947/89 hinzu (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD).

Schon zu Lebzeiten hat Paul Allen mehr als 2,65 Milliarden Dollar für wissenschaftliche und kulturelle Zwecke gespendet. Wie seine Schwester Jody Allen, die seinen Nachlass als Präsidentin der Paul G. Allen Family Foundation verwaltet, mitteilte, soll nun auch der gesamte Erlös der zweitätigen Auktion am 9. und 10. November karitativen Organisationen zugutekommen. Das habe sich Paul so gewünscht.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-NY 10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com

Startseite: www.christies.com



04.11.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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