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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Documenta-Eklat: Taring Padi entschuldigt sich

Das Künstlerkollektiv Taring Padi übernimmt Verantwortung für sein heftig kritisiertes Kunstwerk auf der Documenta

Das Künstlerkollektiv Taring Padi hat für sein antisemitisch eingestuftes Kunstwerk auf der Documenta in Kassel um Verzeihung gebeten. In einer heute veröffentlichen Stellungnahme der indonesischen Künstlergruppe heißt es: „Wir bedauern zutiefst, in welchem Ausmaß die Bildsprache unserer Arbeit ‚People’s Justice‘ so viele Menschen beleidigt hat. Wir entschuldigen uns bei allen Zuschauer*innen und Mitarbeiter*innen der documenta fifteen, der Öffentlichkeit in Deutschland und insbesondere der jüdischen Gemeinde. Wir haben aus unserem Fehler gelernt und erkennen jetzt, dass unsere Bildsprache im historischen Kontext Deutschlands eine spezifische Bedeutung bekommen hat. Daher haben wir das Banner zusammen mit der documenta fifteen entfernt.“

Taring Padi zeigte sich schockiert und traurig über die mediale Berichterstattung und die darin erhobenen Vorwürfe des Antisemitismus und verurteilte zugleich Rassismus jeglicher Art. „Mit Nachdruck möchten wir unseren Respekt für alle Menschen bekräftigen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Race, Religion, Gender oder ihrer Sexualität.“ Das mit zahlreichen Figuren übersäte Großbanner, auf dem unter anderem ein Soldat des Geheimdienstes Mossad mit Schweinsnase und ein durch seine Schläfenlocken als orthodoxer Jude ausgewiesener Mann mit SS-Runen auf dem schwarzen Hut zu sehen war, wurde nach heftiger Kritik aus der Kunstszene und der Politik am Montag zunächst verhängt und am Dienstag dieser Woche dann abgebaut.

Auch zum Inhalt des acht mal zwölf Meter großen Banners „People’s Justice“, das 2002 in Yogyakarta von zahlreichen Mitgliedern des Kollektivs gemeinsam erstellt wurde, äußerte sich Taring Padi jetzt: „Das Bild entstand vor dem Hintergrund der schwierigen Lebensbedingungen, die wir unter einer Militärdiktatur erfahren hatten, in der Gewalt, Ausbeutung und Zensur an der Tagesordnung waren. Wie viele unsere Kunstwerke versucht das Banner, die komplexen Machtverhältnisse aufzudecken, die hinter diesen Ungerechtigkeiten stehen. Insbesondere geht es um den Massenmord an mehr als 500.000 Menschen in Indonesien im Jahr 1965, der bis heute nicht aufgearbeitet wurde.“ Dabei gehen die Künstler auf das Militärregime Suhartos und dessen teils enge Verbindungen zu westlichen Demokratien ein. Die verwendete Bildsprache sei jedoch nie aus Hass gegen eine bestimmte ethnische oder religiöse Gruppe entstanden, sondern als Kritik an Militarismus und staatlicher Gewalt gedacht. „Wir bedauern, dass wir eine mögliche Beteiligung der Regierung des Staates Israel so völlig unangemessen dargestellt haben – und entschuldigen uns aufrichtig dafür. Antisemitismus hat weder in unseren Gefühlen noch in unseren Gedanken einen Platz.“

Schon einen Tag zuvor hatte sich das Kuratorenteam der Documenta, das indonesische Kollektiv Ruangrupa, öffentlich entschuldigt: „Wir haben alle darin versagt, in dem Werk die antisemitischen Figuren zu entdecken. Es ist unser Fehler. Wir entschuldigen uns für die Enttäuschung, Schmach, Frustration, den Verrat und Schock, die wir bei den Betrachtern ausgelöst haben. … Wie wir jetzt vollständig wissen, knüpfen diese Bilder nahtlos an die schrecklichste Episode der deutschen Geschichte an, in der jüdische Menschen in beispiellosem Ausmaß angegriffen und ermordet wurden. Es ist ein Schock, nicht nur, aber insbesondere für die jüdische Gemeinde in Kassel und in ganz Deutschland, die wir als unsere Verbündeten betrachten und die immer noch unter dem Trauma der Vergangenheit und der anhaltenden Diskriminierung, den Vorurteilen und der Ausgrenzung leben“, nahm Ruangrupa zu dem Werk und der eigenen Kuratorentätigkeit Stellung.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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