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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Frühjahrsauktionen beim Kölner Versteigerer Lempertz vereinen einige hochpreisige Glanzpunkte und viele erschwingliche Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, die zum Stöbern und Ersteigern einladen. Ein Teil des Erlöses wird für die Ukraine-Hilfe gespendet

Meister oder Werkstatt – das ist hier die Frage



Bartolomé Esteban Murillo,  Rosenkranzmadonna, um 1645/50

Bartolomé Esteban Murillo, Rosenkranzmadonna, um 1645/50

Am 21. Mai haben Kunstliebhaberinnen und -liebhaber die Möglichkeit, ein bedeutendes Meisterwerk des Goldenen Zeitalters der spanischen Malerei zu kaufen: Lempertz versteigert in seiner Frühjahrsauktion Alte Meister die anmutige Rosenkranzmadonna von Bartolomé Esteban Murillo. Der spanische Barockmaler schuf das viel bewunderte und signierte Gemälde um 1645/50 für das Kloster der Karmeliter in seiner Heimatstadt Sevilla, wo es bis etwa 1810 verblieb, bevor es über mehrere Generationen im Besitz der englischen Sammlerfamilie Eden in Windlestone Hall verschwand, was der eleganten Dame den Beinamen „Eden Madonna“ einbrachte. Dann wanderte sie in die Sammlung des spanischen Dirigenten José Iturbi und geriet in Vergessenheit, bis sie 2008 als Werkstattreplik an einen mexikanischen Privatsammler versteigert wurde, weil man fälschlicherweise angenommen hatte, dass es sich bei einer unsignierten Version im Palazzo Pitti in Florenz um die Erstfassung für das Kloster handelte. Moderne technologische Pigmentanalysen und die prominente Provenienz überzeugten die jüngere Murillo-Forschung nun jedoch von Echtheit und Bedeutung des vorliegenden Werks, was sich in der hohen Schätzung von 1 bis 1,5 Millionen Euro niederschlägt.


Gemälde und Skulpturen Alter Meister

Neben diesem unbestrittenen Highlight trumpft Lempertz mit einem dicken, über 200 Lose starken Katalog bekannter Namen auf. Wem es das Madonnen-Sujet angetan hat, der kann alternativ bei einem Tondo Tommaso di Credis in typisch-feingliedriger Manier der florentinischen Renaissance für 70.000 bis 80.000 Euro, einer Öltafel der Heiligen Familie von Francesco Maria Rondani mit mildem Correggio-Sfumato und einer feinen Ausführung in blassen Farbtönen vom anonymen Antwerpener Meister des verlorenen Sohnes für jeweils 60.000 bis 80.000 Euro oder einer derberen, neu entdeckten Komposition Jan Cornelisz Vermeyens für 70.000 bis 90.000 Euro zuschlagen. Eine lebensnahe Darstellung der im Katalog ausgewiesenen „Heiligen Dreifaltigkeit“ von Maarten van Heemskerck erinnert mehr an eine Beweinung des schlaff in den Armen seines gramvollen Vaters hängenden Christi-Leichnams, denn an das triumphierende Dogma des christlichen Glaubens, zumal die Heilig-Geist-Taube nur im Infrarotlicht auftaucht; die Entdeckung ist auf 200.000 bis 250.000 Euro angesetzt. Mit 120.000 bis 150.000 Euro steigt etwas niedriger ein farbenprächtiges Wunder der Messe des heiligen Gregors ein, das zu seiner Entstehungszeit im späten Mittelalter auch in den südlichen Niederlanden ein beliebtes Thema war und dort wohl von einem Brüsseler Maler mit prächtigen Gewandfiguren ausgestattet wurde.

Unter den zahlreichen Landschaften des 17. Jahrhunderts stechen besonders die Werke Keirincx’, Goyens und Goedaerts heraus. Alexander Keirincx nutzte für seine großformatige Waldgegend mit Überfall die für seine spätere Schaffensphase typische einheitliche zarte Tonmalerei (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), während Jan van Goyens Flusslandschaften oft in ein monochromes, warmes Kolorit aus Braun und Ocker getaucht sind. Seine Tafel mit Fischerbooten am Ufer vor einer Windmühle wird mit 100.000 bis 130.000 Euro aufgerufen; sein kleinformatiger Blick über die Windungen der Spaarne und eine grüne Uferszene mit Bauernhäusern und Bäumen sind schon für 50.000 bis 70.000 Euro respektive 40.000 bis 60.000 Euro zu haben. Johannes Goedaerts von dunklen Wolken überzogene Landschaft mit Hirten und Kuhherde an einer Kate kann für 70.000 bis 90.000 Euro bald eine Privatsammlung zieren. Ein bisher unveröffentlichter Leckerbissen ist ein spätes Werk des gebürtigen Neapolitaners Salvator Rosa, der der Landschaftstradition des 17. Jahrhunderts eine ungezähmte Naturaufnahme mit Klippen und moosbewachsenen Bäumen hinzufügt, die eine gewisse Dramatik ausstrahlt und einer Komposition im New Yorker Metropolitan Museum ähnelt (Taxe 100.000 bis 120.00 EUR).

Imposante Stillleben steuern Jan Breughel d.J. mit einer Vase samt verschiedenen, üppig blühenden Blumen für 70.000 bis 80.000 Euro und Pieter de Ring mit einer festlich geschmückten Vesperplatte samt Hummer, Trauben, Melone und Brot für 70.000 bis 100.000 Euro hinzu. Köstlich gespeist und angestoßen wird auch auf Jan Miense Molenaers vielfiguriger, großer Bauernhochzeit in einer Scheune für 200.000 bis 250.000 Euro, bei der nach damaligem Brauch nur eine nicht am geselligen Treiben teilnehmen, sondern bewegungslos und mit gefalteten Händen sitzen bleiben musste: die Braut. Eine fröhlichere Bauerngesellschaft zeigt Hendrik Martensz Sorghs Interieur einer typischen holländischen Genreszene aus dem 17. Jahrhundert, das mit 80.000 bis 120.000 Euro unter den Hammer kommt.

Die umfangreiche Skulpturenauswahl ist diesmal mit erschwinglichen Preisen angesetzt. Zum Spitzenwerk wurde mit 50.000 bis 60.000 Euro eine gerade einmal 15 Zentimeter kleine Elfenbein-Madonna auserkoren, die aus der berühmten Kölner Sammlung Richard von Schnitzler stammt, im Frankreich des 14. Jahnhunderts geschnitzt wurde und wohl ehemals vergoldet und farbig gefasst war (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Mit über einem Meter fast schon ein Riese ist hingegen eine vollrunde Holzfigur des heiligen Johannes Evangelist mit für das 15. Jahrhundert typischem Kontrapost aus der Südtiroler Werkstatt Hans Klockers (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Interessant sind auch ein spätgotisches freiplastisches Relief des Drachen tötenden Georgs mit wehendem Mantel hoch zu Ross aus farbig gefasstem Stein (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) sowie eine hölzerne Anna Selbdritt und ein Apostelbüstenpaar aus dunklem Lindenholz, die wohl beide zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Franken geschnitzt wurden (Taxe je 12.000 bis 14.000 EUR). Für 20.000 bis 25.000 Euro listet der Katalog ein höfisches Andachtsrelief mit trauernder Pietà aus Wachs in kunstkammermäßiger Feinheit nach einem Gemälde Willem Keys, das Alessandro Abondi zugeschrieben ist.

Kunst des 19. Jahrhunderts

Der Katalog mit Gemälden und Zeichnungen der Neueren Meister startet mit einer Auswahl verschiedener Werke des Klassizisten Johann Heinrich Wilhelm Tischbein aus dem Nachlass des 2019 verstorbenen Theologen und Tischbein-Nachfahren Jürgen Hach. Neben zahlreichen Illustrationen finden sich ein Ölporträt des alten Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), die pastellig-zart kolorierte Gouache „Der Esel in der Bibliothek“ zu Tischbeins Schwachmatikus-Roman mit einem Zebra (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR) und eine schwarze Kreidezeichnung eines Mädchenbildnisses mit Lockenpracht (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Als weitere Sprösslinge der deutschen Malerfamilie sind auch August Anton Tischbein mit einem Ölbildnis dreier elegant gekleideter Kinder auf einer Terrasse mit Blick über den Triester Hafen von 1840 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) sowie August Albrecht Christian Tischbein mit dem ein Jahr jüngeren Portrait von vier Geschwistern mit einem Vogelkäfig in einem weinbewachsenen Alkoven vertreten, die sich erstaunlich ähneln (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

In südliche Gefilde locken die atmosphärischen Ölveduten Friedrich Nerlys mit Ansichten seiner Wahlheimat Venedig. Zum gefragten Bildrepertoire zählen der detailreich ausgearbeitete Palazzo Giustinian am Canal Grande für 60.000 bis 70.000 Euro und eine hochromantische Nachtszene mit der Säule des Markuslöwen auf der Piazzetta bei Mondschein für 40.000 bis 50.000 Euro. Dorthin zog seine Italienbegeisterung auch Adolf Seel, den führenden Architekturmaler der Düsseldorfer Malerschule. Den Kreuzgang von Santa Maria della Salute reicherte er mit zwei genrehaft, beinahe karikierend aufgefassten Mönchen beim Gespräch an (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Mal nicht in Venedig, sondern in Rom auf der Piazza Colonna findet die fröhliche Karnevalsszene statt, die das große Genrebild von Karel Max Gerlach Antoon Quaedvlieg in bunten Farben und klaren Konturen bevölkert (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Eine lange Provenienz-Liste und mit „La forêt allemande“ und „Sous bois“ gleich zwei Bildtitel hat das Gemälde eines schattig-dunklen Berghangs mit Bäumen und Felsen von Gustave Courbet zu bieten. Da seine Entstehungszeit mit 1858 in dasselbe Jahr fällt, in dem der Künstler in Frankfurt wohnte und auf Jagd ging, ist es gut vorstellbar, dass hier ein deutscher Wald zum Motiv wurde (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Den Höhepunkt beim 19. Jahrhundert markiert jedoch ein anderes Werk: Ettore Simonettis „Amphorenhändler im Bazar“. Das ein Meter breite Ölgemälde zeugt von der Leidenschaft des Römers für Stoffe, Texturen und Bazarszenen mit den typischen Händlern und Käufern des Orients samt ihrer exotischen Kleidung und den Gegenständen, die in dieser Region gehandelt wurden. Die für 200.000 bis 250.000 Euro angebotene Leinwand ist wohl das Gegenstück zu Simonettis „Teppichhändler“, der 2008 bei Christie’s in London für über 500.000 Pfund versteigert wurde. Die Grundkomposition sowie das quirligen Markttreiben und der Ausblick auf die orientalische Innenstadt sind jedenfalls sehr ähnlich und könnten auch bei Lempertz die Kasse klingeln lassen.

Die Auktion beginnt am 21. Mai um 11 Uhr mit den Alten Meistern, die Kunst des 19. Jahrhunderts folgt um 14:30 Uhr. Eine Vorbesichtigung der Lose ist am 14. Mai von 10 bis 16 Uhr, am 15. Mai von 11 bis 16 Uhr und vom 16. bis zum 20. Mai jeweils von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.lempertz.com. Bei einer Auswahl der Werke spenden die Deli-Collection aus Monaco und Lempertz den Erlös und die Kommission für die humanitäre Hilfe in der Ukraine.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



14.05.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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Bartolomé Esteban Murillo, Rosenkranzmadonna, um 1645/50
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21.05.2022, Auktion 1197: Alte Kunst und 19. Jahrhundert

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Jan Cornelisz. Vermeyen, Madonna mit Kind
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