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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Zarte Töne in der Alten Pinakothek

Joseph Vivien, Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern (1662-1726), um 1700

Die Alte Pinakothek in München würdigt seit dem Wochenende die Pastellmalerei. Im 18. Jahrhundert griffen insbesondere Künstler in Frankreich für die Umsetzung lebendiger, feinsinniger Porträts gerne auf diese Technik zurück. Mit Hilfe von Pastellkreiden konnten die zarten Farben in trockenem Zustand flächendeckend aufgetragen werden. Die von Elisabeth Hipp kuratierte Ausstellung „Vive le Pastel! Pastellmalerei von Vivien bis La Tour“ bringt erstmals 23 Werke, davon 20 Pastelle, aus dem Bestand des Hauses sowie der Staatsgalerie im Neuen Schloss Schleißheim zusammen. Hinzu kommen selten gezeigte, teils anonyme Werke aus dem Depot sowie wenige ausgewählte Leihgaben.

Am Beispiel großer Meister wie Joseph Vivien, Maurice-Quentin de La Tour, Rosalba Carriera und Jean-Etienne Liotard erläutert die Schau, welche Vorteile das beliebte Medium gegenüber der Ölmalerei hatte, wer die Dargestellten waren und wie genau damals ein solches Gemälde entstand. Die facettenreiche Zahl an Exponaten lädt dazu ein, die verschiedenen Kunstschaffenden sowie ihre Stile zu vergleichen und die dadurch erzielten Effekte zu entdecken.

Die Schleißheimer Pastelle befinden sich aktuell für Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten sowie für ein Forschungsprojekt zu den französischen Gemälden in der Münchner Innenstadt. Vor ihrer Rückkehr in die Schlossgalerie sind sie nun in einem größeren Kontext zu sehen. Außerdem präsentiert die Pinakothek im Rahmen der Sonderausstellung erstmals ihre Neuerwerbung „Porträt Jean-Baptiste Philippe“ von Maurice-Quentin de La Tour. Das Gemälde, eine Schenkung Fritz Lehnhoffs, gelangte im vergangenen Jahr als Leihgabe der Museumsstiftung zur Förderung der Staatlichen Bayerischen Museen in die Münchner Sammlung.

Ergänzend hat die Alte Pinakothek unter dem Titel „Eleganz, Schauspiel und Natur“ in den Nordkabinetten weitere Werke des 18. Jahrhunderts zusammengestellt. Die in Öl gemalten Porträts, Genrebilder und Landschaften spiegeln hinsichtlich der angewandten Technik gewissenmaßen die andere Seite der französischen, italienischen, niederländischen und deutschen Barockmalerei wider und treten so in einen Dialog mit den Pastellen. Neben Werken aus dem eigenen Bestand sind dort auch vier Gäste aus der Neuen Pinakothek vertreten.

Die Ausstellung „Vive le Pastel! Pastellmalerei von Vivien bis La Tour“ läuft bis zum 23. Oktober. Die Alte Pinakothek München hat Dienstag und Mittwoch von 10 bis 20:30 Uhr sowie von Donnerstag bis Sonntag nur bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Am Sonntag kostet er nur einen Euro. Anlässlich der Ausstellung ist ein Sammlungsführer zum Gesamtbestand der Pastelle des späten 17. und 18. Jahrhunderts in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen für 14,90 Euro erschienen.

Alte Pinakothek
Barer Straße 27
D-80799 München
Telefon: +49 (0)89 – 23 80 52 16

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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