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Das Duisburger Museum Küppersmühle würdigt den Maler Raimund Girke als Hauptvertreter einer analytischen Kunst

Schweben in der Schwerelosigkeit



Raimund Girke, Ohne Titel, 1959

Raimund Girke, Ohne Titel, 1959

Eine ungewohnte Ruhe durchzieht die voluminösen, wohl proportionierten Säle der Duisburger Küppersmühle. Überwiegend großformatige, weiß gefächerte Gemälde erzeugen hier ein Rauschen sanfter, abstrakter Gesten. Sie erinnern an Winde über dem Meer, an den unendlichen Kosmos oder an aufschäumende Wellen in Gewässern. In ihrer Hintergründigkeit, Unschärfe und Uneindeutigkeit spiegeln sie einerseits Geschehnisse von heute. Die spezifische Realität und Ereignishaftigkeit der Werke verlangt andererseits ein stummes meditatives Eintauchen in andere Sphären, die die Museumssäle mehr oder minder stark in Schwingungen versetzten. Es sind Klänge der Stille, die momentan aus der Zeit gefallen scheinen. Sie entstanden durch ein einzigartiges Zusammenspiel von Farbe und Pinselstrichen, dem sich Raimund Girke wie kaum ein anderer Maler verschrieben hatte. Heute gilt er als maßgeblicher Wegbereiter der Analytischen Malerei und wurde durch seine die Auseinandersetzung mit der Farbe Weiß international bekannt. Anlässlich seines zwanzigsten Todestags am 12. Juni hat die Nachlassverwalterin und Tochter des Künstlers, Madeleine Girke, rund 130 Gemälde aus fast 50 Schaffensjahren zusammengetragen, um dessen Wirken und den Beitrag zur deutschen Malerei nach 1945 zu würdigen.


Der Sohn eines bei Otto Mueller in Dresden ausgebildeten Kunsterziehers wurde am 28. Oktober 1930 im niederschlesischen Heinzendorf geboren. Nach der Flucht ins Osnabrücker Land, dem Abitur und anschließendem kurzzeitigen Besuch der Werkkunstschule in Hannover studierte Raimund Girke bis 1956 an der Düsseldorfer Kunstakademie, zuletzt bei Georg Meistermann. Nach einer fünfjährigen Dozententätigkeit an der Hannoveraner Werkkunstschule wechselte er 1971 auf eine bis 1996 wahrgenommene Professur an die Hochschule der Künste nach Berlin. 1977 nahm Girke an der Documenta in Kassel teil und erhielt 1995 den Lovis Corinth-Preis, 2002 den Niedersächsischen Kunstpreis. Zu Beginn der 1980er Jahre richtete er sich ein Atelier in der Rheinmetropole Köln ein, wo er im Jahr 2002 verstarb.

Schon während seines Studiums schuf Raimund Girke um 1953 sein erstes abstraktes Werk. „Malerei“, so der Titel eines kleinformatigen Ölgemäldes, zeigt in braunen Erdfarben abgetönte, zu Flächen verdichtete, breit gespannte Pinselstriche, die sich in der Folge zu einem Gewirr dunkler kurzer Linien und Flecken zusammenballen, wie es dann das Gemälde „Farben der Erde“ von 1956 vor Augen führt. Ausgehend von der gestisch-informellen Abstraktion gelangte Girke zu staccatoartigen Chiffren. In Zeilen geordnete, bündige Furchen in Schwarzweiß suggerieren federleichtes Brodeln, so etwa die Werke „Große Schwingungen“ oder „Aufhellung“ von 1958.

Immer weiter reduzierte der Maler in der Folge den Duktus der Pinsel, die Farben und rhythmische Strukturierungen. Der Weg hin zu völlig gestenfreien Bildern ohne jede persönliche Handschrift war damit vorgegeben. Mit der Spritzpistole schuf Girke eine gleichmäßig homogene Farbeverteilung. Die vorwiegend weißen monochromen Bilder lassen kaum mehr Abschattungen oder Hell-Dunkel-Übergänge erkennen. Freiheit, Weite und Beweglichkeit antworten bei ihm intuitiv auf farbliche Konfusionen der Nachkriegsjahre. Dazu Girke selbst: „Ich will in meinen weißen Bildern den Bildraum nicht fixieren, sondern das Bild in ein Stadium führen, das über die Bewegung in der Fläche hinaus die unbegrenzte räumliche Bewegung ermöglicht. Diese beruht auf dem feinnuancierten, an- und abschwellenden Weiß. ... Das Weiß entzieht sich jeder Festlegung, es scheint sich ständig auszudehnen und zu verändern. Es ist Ruhe und Bewegung zugleich, ist grenzenlos und nimmt dem Bild seinen materiellen Zustand.“

Zu Beginn der 1970er Jahre wich die Spritztechnik wieder zugunsten einer individuellen, ausdrucksstarken und unmittelbaren Gestik. Raimund Girke öffnete die horizontal gestaffelte Ordnung dynamisch und weitete die Pinselstriche. Bewegungen und Tiefenwirkungen bestimmten nun das Bildgeschehen, einhergehend mit Breschen in hellem und dunklem Kolorit. Ab Mitte der 1980er Jahre dehnte Girke sein Farbspektrum auf Blautöne aus. Kraftvoll erscheinen die mit- und gegeneinander gestuften und gedrückten länglichen Schuppen. Sie verbinden sich zu einem weit über das vorgegebene Format hinausreichenden Geflecht. Doch Girke sah sich dabei nie als Routinier. Auf intuitive Einsichten fußend, verstand er seine Arbeiten als Selbsterkundungen, die nichts abbilden, sondern als Befunde erachtet werden sollen, die aus autonomen malerischen Gegebenheiten entspringen. Dabei strebte er nach ordnender Analyse mit Schichtungen, Bewegungen und Strukturen, die sich aus der Technik und dem Prozess entwickelten.

Die Ausstellung „Raimund Girke – Klang der Stille. Retrospektive“ ist bis zum 26. Juni zu sehen. Das Museum Küppersmühle hat mittwochs von 14 bis 18 Uhr, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Kontakt:

Museum Küppersmühle

Philosophenweg 55

DE-47051 Duisburg

Telefax:+49 (0203) 30 19 48 21

Telefon:+49 (0203) 30 19 48 11

E-Mail: office@museum-kueppersmuehle.de

Startseite: www.museum-kueppersmuehle.de



11.05.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Raimund Girke, Ohne Titel, 2001
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Raimund Girke, Helles Bild, 1959
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Raimund Girke, Fluktuation, 1965
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Raimund Girke, Echo der Nacht, 1997/98
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Raimund Girke, Ohne Titel, 1959
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Künstler:


Raimund Girke







Raimund Girke, Weiß dynamisch, 1994

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Raimund Girke in seinem Atelier, 1992

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Raimund Girke, Pathos, 1989

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Raimund Girke, Ohne Titel, 2001

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Raimund Girke, Helles Bild, 1959

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Raimund Girke, Fluktuation, 1965

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Raimund Girke, Erdfarben, 1956

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Raimund Girke, Echo der Nacht, 1997/98

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