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Journal

Der Protest gegen den von Putin entfesselten Krieg hat auch die Kunstwelt erfasst und eine breite Front der Solidarität mit den von Gewalt betroffenen Menschen ausgelöst. Hier einige Reaktion aus der Kultur

Zeichen gegen die Ohnmacht



Martin Grandits lässt seine Friedenstaube im nächtlichen Himmel über Wien aufsteigen

Martin Grandits lässt seine Friedenstaube im nächtlichen Himmel über Wien aufsteigen

Im Oktober letzten Jahres präsentierte Marina Abramovic in Babyn Jar bei Kiew ihre Klagemauer mit eingearbeiteten Bergkristallen. Bei der Einweihung der Installation, die an die 33.000 von den Nationalsozialisten 1941 ermordeten Juden erinnern soll, dachte wohl niemand, dass hier ein halbes Jahr später Fronten in einem heißen Krieg aufeinanderprallen. So machte die in Jugoslawien geborene Künstlerin jetzt ihre Solidarität mit den Bewohnern der Ukraine in einem Video öffentlich: „In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder in der Ukraine gearbeitet und die Menschen dort kennengelernt. Sie sind stolz. Sie sind stark. Und sie sind würdevoll. Ich solidarisiere mich voll und ganz mit ihnen in dieser unmöglichen Zeit. Ein Angriff auf die Ukraine ist ein Angriff auf uns alle. Es ist ein Angriff auf die Menschheit und muss gestoppt werden.“


Auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth macht sich Sorgen um die Kriegsbetroffenen. In der Ukraine habe man in den vergangenen Jahren die Demokratie gefördert – eine Entwicklung, die jetzt durch den Krieg dort bedroht sei. Roth und Staatsministerin Katja Keul vom Auswärtigen Amt hatten daher am vergangenen Freitag ukrainische und russische Künstler, Musiker und Intellektuelle ins Kanzleramt zum Gedankenaustausch geladen. Vor Musiker und Autor Yuriy Gurzhy, der Autorin Sofija Onufriv, der Kulturmanagerin Kateryna Stetsevych, dem bildenden Künstler Daniel Spivakov, der Violinistin Marina Bondas, der Galeristin Lina Stallmann sowie der Jazz-Musikerin Ganna Gryniva kündigten sie an, bestehende Schutzprogramme für Kulturschaffende auszubauen und eine Million Euro als Soforthilfe bereitzustellen. Damit soll flüchtenden Kulturschaffenden und Wissenschaftlern die Aufnahme in Deutschland ermöglicht werden. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, zeigte sich ebenfalls vom Überfall Russlands auf die Ukraine erschüttert. Die Solidarität gelte den Menschen, die sich in der Ukraine und in Russland für die Freiheit der Kunst, die Demokratie und die Menschenrechte einsetzen, so Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Kulturrats.

Nicht weit vom Kanzleramt entfernt, verurteilte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die aggressive russische Haltung bereits vor einer Woche, bevor die Truppen Putins die Grenzen verletzten: „Man kann aus der Geschichte lernen, wenn man nur dazu gewillt ist: Krieg hat noch nie zur dauerhaften Konfliktlösung beigetragen, sondern immer nur Vernichtung und neue Gewalt hervorgebracht.“ Er spreche aus eigener Erfahrung, wenn er konstatiere, dass die Verbindungen der Wissenschaftler und alles gegenseitige Vertrauen nun auf einen Schlag zerstört würden. Aktionen wie der Petersburger Dialog oder der Deutsch-Russischen Museumsdialog konnten nur durch den Frieden der letzten 30 Jahre entstehen, Beutekunst zurückkehren und Verschollenes wiederentdeckt werden. „Oft sind Teile ein- und desselben Fundkomplexes heute auf deutsche und russische Museen verteilt, oder dort befinden sich die Objekte und hier die zugehörigen Archivunterlagen oder umgekehrt. Der Krieg hat getrennt, was zusammengehört.“ Konsequenterweise legte die Stiftung nach dem Einmarsch Russlands ihre Kooperation mit russischen Einrichtungen auf Eis. Schließlich sei damit zu rechnen, dass durch Angriffe Denkmäler, historische Gebäude und Museen zu Schaden kämen.

Das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst vermittelt den Besucher*innen bereits im Außenbereich seine Haltung. „Normalerweise haben wir vier Flaggen aus Deutschland, Russland, Ukraine, Belarus. Das sind die vier Nationen, die hier aktiv an der Arbeit des Museums beteiligt sind“, sagte Museumsdirektor Jörg Morré. Nun weht hier die Flagge der Ukraine allein. Das Haus hat sogar die Wörter „Deutsch-Russisches“ im Namensschild überklebt. Im Gebäude, in dem die Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 die Kapitulation unterzeichneten, befindet sich die Dauerausstellung „Deutschland und die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg“. Die Personen, die für die Schau verantwortlich sind, stammen aus Deutschland, Belarus, Russland und der Ukraine. „Wir haben eine gewisse Übung im Team, solche emotionalen Ebenen in der Wahrnehmung von Geschichte, in Reaktion auf das, was so läuft, in den ganzen letzten Jahren auszutarieren“, so Morré. So gäbe es im Museum selbst keine Konflikte.

In Moskau hat das private Garage Museum of Contemporary Art seine Pforten geschlossen. Angesichts der menschlichen und politischen Tragödie könne man nicht die Illusion von Normalität unterstützen. „Wir sind kategorisch gegen alle Aktionen, die Spaltung säen und Isolation schaffen. Wir sehen uns als Teil einer größeren Welt, die nicht durch Krieg geteilt ist“, gab man bekannt. Die vom Oligarchenpaar Dascha Schukowa und Roman Abramowitsch gegründete Institution verschob mit dieser Begründung unter anderem Ausstellungen der Deutschen Anne Imhof und des Österreichs Heimo Zobernig. Zudem wurden die Präsentationen mit Arbeiten von Helen Marten, Saodat Ismailova und Lidija Masterkowa ausgesetzt. Auch russische Schriftsteller, Filmemacher und andere Künstler veröffentlichten eine Erklärung, die den Überfall Russlands auf einen unabhängigen Staat mit harten Worten verurteilte. Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderem die Schauspielerin Tschulpan Chamatowa sowie die Autoren Dmitri Bykow und Ljudmila Ulitzkaja. Vergleichbar kritisch zeigen sich Alexandra Sukhareva und Kirill Savchenkov. Beide traten mit dem Kurator Raimundas Malašauskas von der Vereinbarung zurück, den russischen Pavillon bei der Biennale von Venedig zu bespielen. Während der Beitrag aus der Ukraine ungewiss bleibt, gaben die Organisatoren bekannt, dass der Pavillon Russlands geschlossen bleiben wird.

Auch die UNESCO kritisierte den von Putin betriebenen Krieg auf das Schärfste. In einem Statement wurde an die Wahrung der Informationsfreiheit, die Unversehrtheit von Medienschaffenden und die Einhaltung der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut erinnert. Neben dem historischen Zentrum Lembergs und mehreren religiösen Stätten in der Hauptstadt gibt es fünf weitere Orte, deren Schutz und Erhaltung von der UNESCO organisiert wird. Martin Grandits setzte einen Tag nach Ausbruch des Krieges in Wien ein weithin sichtbares Zeichen für den Frieden. Auf Europas größter Werbefläche vermelden LEDs: „In Peace we trust!“ Daneben flatterte eine vom 1982 geborenen Künstler gezeichnete Taube. Ganz schlicht trägt sie einen Ölzweig und steht für die Sehnsucht aller: das Ende der Kämpfe in der Ukraine.



01.03.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Jörg Berghammer

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