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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit japanischen Flugdrachen, gestaltet von einer renommierten Künstlerschar, hat das Stuttgarter Auktionshaus Nagel seine Auswahl an moderner und zeitgenössischer Kunst bereichert und hebt nun mit der „Art Kite Collection“ ins Jubiläumsjahr ab

Bilder für den Himmel



Die illustre „Art Kite Collection“ im Stuttgarter Auktionshaus Nagel

Die illustre „Art Kite Collection“ im Stuttgarter Auktionshaus Nagel

Die Künstlerliste, die Paul Eubel Ende der 1980er Jahre auf die Beine gestellt hat, ist beeindruckend. Der Direktor des Goethe-Instituts in Osaka kam damals auf die Idee, traditionelle japanische Flugdrachen von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt gestalten zu lassen. In persönlichen Schreiben überzeugte er etwa Karel Appel, Arman, Barry Flanagan, Raimund Girke, Gerhard Hoehme, Yayoi Kusama, Jannis Kounellis, David Nash, Niki de Saint Phalle, Emil Schumacher, Jean Tinguely oder Watanabe Toyoshige, kaufte dann fast die gesamte in Japan verfügbare Menge von traditionell für den Drachenbau verwendetem Washi-Papier an und verschickte es an seine Teilnehmer. Die konnten sich nun an eine der klassischen acht Drachenformen halten oder ihrer Fantasie freien Lauf lassen, etwa wie der Portugiese José de Guimarães, der sich am Menschenbild orientierte. Nach Japan zurückgeschickt und dort von Drachenbaumeistern auf Holzgestellte aufgebracht, stieg die gesamte Kollektion am 1. April 1989 bei einer „Vernissage am Himmel“ im japanischen Himeji in die Lüfte.


Glücklich gelandet, tourte die „Art Kite Collection“ durch Kunstmuseen in Japan, Europa, Australien und Amerika, bezog zwischen 1999 und 2005 eine vorübergehende Heimat im „Art Kite Museum“, einem umgebauten Hangar in Detmold, und kam schließlich nach Palermo, wo Paul Eubel bis zu seinem Tod im Jahr 2010 lebte. Seither waren die filigranen Papierarbeiten in Übersee-Containern verstaut und ruhten fast vergessen in einem Lager. Nun darf Nagel den Schatz aus Informel, Konkreter Kunst, Analytischer Malerei, Pop Art, Konzeptkunst, Arte Povera, Op-Art, Farbfeldmalerei, abstrakten und geometrischen Positionen, Transavanguardia oder den „Jungen Wilden“ heben. Die Nachkommen Eubels haben das Stuttgarter Auktionshaus auserkoren, die rund 150 Drachen von 120 Kunstschaffenden aus 27 Nationen zu veräußern. Sie steigen nun am 23. Februar zum Auftakt ins Jubiläumsjahr anlässlich des hundertsten Geburtstags von Nagel wieder in die Lüfte. Wie schon ursprünglich von Eubel geplant, soll der Erlös der weltweiten Katastrophenhilfe zugutekommen.

Am weitesten will sich Kazuo Shiragas rot-schwarze wilde Action Painting-Malerei „Purpur“ auf einem Tsugaru-Drachen mit 300.000 bis 500.000 Euro aufschwingen. Diese hochrechteckige Form nutzen zudem Victor Vasarely für seine bunten, optisch steigenden oder fallenden Quader mit jeweils andersfarbigen Kreisen (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) oder Atsuko Tanaka für ihren mit Kreisen und einem Liniengewirr in vielen Farben bemaltes Artefakt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Besonders beliebt war der quadratische Hamamatsu-Drache, den etwa Karl Otto Götz mit einer schwungvollen gestischen Pinselbahn in Rot und Schwarz (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) und Günther Uecker mit der schwarzen kleinteiligen Strichestruktur „Sturz“ samt herabhängenden schwarzen Seidenbändern überzogen (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Der Künstleraktivist Klaus Staeck formulierte provokant auf gelbem Grund „Vorsicht Kunst“ in Deutsch, Englisch und Japanisch (Taxe 500 bis 800 EUR), während sich Zvi Goldstein für „Funktion, Fortschritt und Universalismus in der dritten Welt“ in Hebräisch auf rotem Fond einsetzte (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Die Quadratform traf passgenau auf Richard Paul Lohses Konkrete Kunst-Spielerei „Dreißig vertikale systematische Farbreihen“ aus kleinen Quadraten in rhythmischer Verschiebung zu (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), ebenso auf Gerhard Richters Farbtafel mit acht auf acht Reihen (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR) oder Daniel Burens charakteristische, exakt 8,7 Zentimeter breite Vertikalstreifen in Weiß und Rot (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Otto Piene betitelte seine auslaufenden goldenen Farbkreise in kleinen Kästchen poetisch als „Sterntaler“ (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR), Erik Bulatov seine streng geometrische und auf das Zentrum ausgerichtete Flucht in Weiß und Blau als „Nebo/Himmel“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und Frank Stella seine quadratischen Farbschichtungen dagegen ganz prosaisch als „Frank Stella Art Kite“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Das Karree konterkarierte Georg Karl Pfahler mit seinen Wölbungen auf den klar abgegrenzten roten, schwarzen und blauen Farbflächen von „Doppel-Tex 63/88“ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Ganz rund wird es beim Maru-Drachen und Kenny Scharf, der daraus eine Zielscheibe mit grinsendem einäugigem Gesicht in der Mitte gemacht hat (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Auch die japanische Tupfenprinzessin Yayoi Kusama ist zugegen und hat für ihr „Feuer“ auf einen hochrechteckigen Edo-Drachen rote Punkte teils mit spermaartigen Schwänzen dicht an dicht gesetzt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Konkurrenz bekommt sie diesmal von Minoru Onoda, der auf seinem rautenförmigen Tosa-Drachen die Tupfen farbenreich auf gelbem Grund vegetativ anschwellen lässt (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Auf den fünfeckigen Kerori-Drachen griffen Leon Polk Smith für seine geometrischen Farbfelder eines roten und zweier blauer Dreiecke (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) und Elvira Bach zurück, die, getroffen von einem Pfeil, gleich „Aus allen Wolken“ fällt (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Sechseckig wird es beim Rokkaku-Drachen, den Anton Stankowski mit drei gestreiften Farbfeldern optisch zu einem Kubus umformte (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Den Umriss eines Sterns nimmt der Hakkaki-Drache an, den die Südafrikanerin Esther Mahlangu mit einem traditionellen Muster der Ndebele-Ethnie zum „Freedom flight for the African people“ konzipierte (Taxe 800 bis 1.400 EUR). Niki de Saint Phalle gestaltete ihr Flugobjekt in freier Form als einen überlebensgroßen farbenfreudigen „Oiseau amoureux“, der zufällig dem Drachentyp „Yakko“ ähnelt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ob Yoshio Kitayamas filigranes Konstrukt „Frisches Wasser, bitte!“ überhaupt fliegen kann, ist fraglich; aber schon vom Ansehen verbreiten die kleinteiligen miteinander verzahnten Farbflächen eine hohe Dynamik (Taxe 400 bis 600 EUR). Den Kettendrachen des Luxemburgers Moritz Ney aus schwarz-gelben oder schwarz-roten Scheiben führt ein stilisiertes menschliches Gesicht an, bei dem sich sogar die Augen bewegen (Taxe 600 bis 1.000 EUR). José de Guimarães applizierte seinen Drachen mit kleinen glitzernden Spiegelstücken und kreierte daraus seinen „Guerreiro“, der in seiner drollig naiven Art aber gar nicht so kriegerisch aussieht, wie er heißt (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Noch einmal in die Sechsstelligkeit geht es mit Robert Rauschenberg und seinem „Sky house II“, das er stiltypisch aus Alltagsgegenständen wie Möbeln, Stoffmustern, Lampen oder abplatzender Farbe collageartig kombiniert hat. Hier werden 120.000 bis 160.000 Euro fällig.

Die Auktion „The Art Kite Collection“ beginnt am 23. Februar um 15 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 21. Februar täglich von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.auction.de.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



21.02.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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