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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Moderne Kunst im Berliner Auktionshaus Bassenge führt auch weniger bekannte Positionen aus dem reichen Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts zusammen

Tennis an der See



Max Liebermann,  Tennisplatz am Meer, 1901

Max Liebermann, Tennisplatz am Meer, 1901

Max Liebermann verbachte seine Sommer gerne an der holländischen Nordseeküste. In seiner Ölstudie „Tennisplatz am Meer“ von 1901 kondensiert er die dortige Weite des Nordens. Übereinander gestaffelte Farbflächen in Grün, Beige, Graublau und Grau definieren die horizontalen Achsen, die fast als abstrakte Landschaft gesehen werden könnten, würden nicht weiße Zaunpfahle und zwei Strandkörbe mit den klassisch in Tennisweiß gekleideten Damen das Bild in der Gegenständlichkeit verankern. Liebermann fokussiert sich hier auf den Farbklang und die Platzierung der Akzente in Weiß. Um 1900 interessierte sich der Realist für das Strandleben in den Niederlanden: Badende, Tennisspieler und Reiter bevölkern nun als Motive seine Kunstwerke. Tennis gehörte damals zu den neuen Sportarten, und Liebermann wusste die Studie mit lockerem Pinselstrich und einer tiefen Ruhe zu verewigen. Freunde dieser schönen Arbeit können ihr Glück bei 75.000 Euro in der Versteigerung „Moderne Kunst“ nun bei Bassenge versuchen.


Neben Liebermanns Spitzenpreis folgt am 4. Dezember in Berlin mit deutlichem Abstand Jörg Immendorffs Gemälde „Selbst mit Muse“ von 1994. Inmitten des rot-gelben Interieurs erhebt sich ein blau-rotes Sofa, das den sitzenden Künstler betont. Er hält eine bewusstlose Muse in den Armen und scheint in Gedanken vertieft (Taxe 40.000 EUR). Ein neusachliches Bildnis von Anita Rée liegt 10.000 Euro günstiger: Ihre ernste „Spanierin“ von 1930 entblößt zögernd eine Brust und blickt fast scheu zur Seite. Auch Marwans „Suite der Köpfe“ von 1997/98 soll so viel kosten. In der Mappe mit 99 Radierungen bannt er in unterschiedlichen Abstraktionsgraden das menschliche Antlitz auf Papier. Der Künstler erklärte, dass hier auch eine Verbindung zur sufischen Vorstellung der „99 Eigenschaften Gottes“‘ vorliege.

Bilder vom Menschen

Willi Geigers Gemälde „Sankt Sebastian“ von 1914 durchzieht etwas Beunruhigendes: Der frontal an einem Baumstumpf gebundene Heilige ist nackt und von Pfeilen durchbohrt, der Kopf nach hinten gesunken, der Körper in expressives Gelb und Grün gehalten. Geiger verlegt die Marter in eine Stadtlandschaft mit Silhouetten von erschrockenen Menschen im Hintergrund (Taxe 15.000 EUR). Sechs Jahre später malte Geiger das Bildnis der „Frau in Rosa“. Fokus ist das ernste Gesicht der stolzen Dame, die wohl Geigers Frau ist und den Betrachter en Face als Brustbild unerbittlich anblickt (Taxe 10.000 EUR). William Wauer wählte 1922 für die „Portraitstudie Lu“ tiefes Lila, leichtes Flieder und dunkles Marineblau. Es überrascht kaum, dass Wauer gerade für seine Portraits bekannt war, auch wenn er sich als Filmregisseur, Bildhauer und Theaterregisseur betätigte. Hier weiß er, schwingende dynamische Formen und geometrische Gebilde in weißen oder bräunlichen Nuancen ebenso in das Portrait zu integrieren wie auch die leeren Stellen der Leinwand (Taxe 20.000 EUR).

Das Selbstbildnis einer Künstlerin mit großem Hut schildert Lotte Laserstein in den 1970er Jahren als ältere Frau in breiten kurzen nuancierten braunen und beigefarbenen Pinselzügen. Das Spätwerk zeigt die Malerin als selbstbewusste, aber auch innerlich abgeklärte Künstlerin vor einem Fenster. Nochmals rund zehn Jahr jünger ist Lasersteins Portrait ihrer Freundin Traute Rose in ähnlichem Kolorit und vergleichbarer Gemütslage (Taxe je 5.000 EUR). In die knalligen Farben der Pop Art führt Andy Warhols leuchtendes Portrait von „Mildred Scheel“, die mit fragendem Blick aus dem lachsfarbenen Grund mit violetten und gelben Segmenten herausblickt. Die Ehefrau des einstigen Bundespräsidenten Walter Scheel, publizierte 1980 den Siebdruck in 1.000 Exemplaren, um Spenden für die Krebshilfe zu sammeln (Taxe 3.500 EUR).

Hässliche Grazien

Was sich auf den ersten Blick scheinbar als eine frühe 3D-Computergrafik präsentiert, ist in Wirklichkeit ein Gemälde von Peter Nagel. Sein 1971 mit Eitempera in Graunuancen und Weiß gemaltes Hauptwerk „Lauter Ballons II“ bietet aus der Froschperspektive den Blick auf ein Kleinkind in einer Art Laufstall. Der kleine Junge greift fasziniert nach einer der schwebenden Blasen, die im grauen wesenlosen Raum fliegen. Für seine Arbeiten nutzte Nagel, ein Vertreter des „Neuen Realismus“ und Mitglied der Künstlergruppe Zebra, mediale Bilderwelten und setzte bekannte Motive in fremde, neuartige Zusammenhänge (Taxe 15.000 EUR). Auf eine lange Tradition in der Kunst hat sich Hans Peter Zimmer 1986 bei seinen drei Grazien „Under the Lemon Tree“ berufen, die idealen Schönheiten der Antike aber zur fratzenhaften Wesen mit deformierten Köperproportionen verwandelt (Taxe 10.000 EUR).

Einen schönen, sinnlichen weiblichen Rückenakt im Kontrapost hielt dagegen Christian Rohlfs 1911 fest. Die Kohlezeichnung stammt aus der Zeit, in der der Künstler vermehrt Menschenbilder malte und Mitglied der Berliner „Neuen Sezession“ wurde (Taxe 18.000 EUR). Der Akt aus der Perspektive einer kristallin-abstrakten Zerlegung findet sich in Jenö Gábors Kohlezeichnung einer liegenden „Nude“ von 1922 (Taxe 900 EUR). Dass bei dem Ungarn auch sonst nicht mehr viel von der Figuration übrigblieb, macht seine Gouache einer runden, aus geometrischen Versatzstücken zusammengesetzten, energiereichen Form deutlich (Taxe 1.500 EUR). Sein ungarischer Mitstreiter Károly Józsa bleibt hingegen auf seinen Farbholzschnitten „Jour“, „Cake-Walk“ und „Dolce far niente“ aus der Zeit um 1910 der holden Weiblichkeit des Jugendstils treu (Taxe je 800 EUR). Die negativen Auswüchse des süßen Nichtstuns demonstriert dann Edvard Munch eindrücklich in seiner skandaltauglichen Kaltnadelradierung „Der Tag danach“ von 1894/95 mit einer vom Rausch völlig erschöpften jungen Frau, hingestreckt auf einem Bett (Taxe 30.000 EUR).

Meerestrunken

Bei den Grafiken fällt Lyonel Feiningers Radierung „Die Arbeiter“ um 1910/11 auf. Eine strahlende Sonne beleuchtet diese Straßenszene, während die eng aneinandergereihten Wohnhäuser den großen, karikierend überzeichneten Arbeitern Schutz bieten (Taxe 10.000 EUR). Etwas günstiger sind Feiningers gleichaltrige Radierungen einiger menschlicher Figuren auf einer Klippe über der weiten See (Taxe 8.000 EUR), und „Am Strande der Ostsee“, an dem zwar einige Badehütten stehen, aber keine Menschen zu sehen sind (Taxe 7.000 EUR). Auch Emil Nolde huldigt in seinem Holzschnitt „Fischdampfer“ von 1910 dem Meer (Taxe 12.000 EUR), ebenso Hermann Max Pechstein in seinem Blatt „Zwei Boote“ (Taxe 4.500 EUR). Max Oppenheimer fing 1917 in klaren Zügen und mit psychologischem Scharfblick Jenny Brown, die Ehefrau des Schweizer Maschinenkonstrukteur und Sammlers Sidney Brown, im Profil sitzend in einer Kaltnadelradierung ein (Taxe 900 EUR). Als expressionistische Spitzenleistung entpuppt sich Wilhelm Heckrotts kantiger Holzschnitt des Lautensängers „Meister Puff“ in Rot und Schwarz von 1919 (Taxe 2.800 EUR).

Unter den mehreren Drucken von Joan Miró fällt die „Träumende Biene“ von 1979 auf. Das abstrahierte Insekt auf seiner Lithografie „L’Abella somniadora“ hat in seiner fantasievollen lustigen Gestaltung und Färbung wenig mit ihrer irdischen Schwester gemein – außer der definierenden schwarzen Färbung (Taxe 3.500 EUR). Auf der Lithografie „Le Petit Chat“ von 1951 skizziert Miró das Tier in wenigen Strichen mit dreieckigem Kopf, umgeben von einem Stern und Farbakzenten in Blau, Gelb und Orangerot (Taxe 1.500 EUR). Auf seiner Farbradierung „La Magie Quotidienne“ von 1959 tummeln sich ebenfalls ulkige Fantasiegeschöpfe (Taxe 4.000 EUR). Der Rhythmik aus Farbe und geometrischen Formen in Schwarz, Blau, Rot und Grün hat sich Sonia Delaunay-Terk in ihren Farbdrucken „Grande Icône“ von 1965/70 und „Olympie“ von 1970 verschrieben (Taxe je 1.800 EUR). Auf einem Prägedruck Günther Ueckers von 1995 lässt sich der titelgebende „Davidstern“ in den vielen Nagelabdrücken erst auf den zweiten Blick ausmachen (Taxe 12.000 EUR).

Herausforderung für die Augen

Emy Roeder betritt das Auktionsparkett mit der Bronze „Stute und Fohlen“ von 1919. Das stille, harmonisch geschlossene Werk thematisiert die Zuneigung und Verbindung von Mutter und Kind in vereinfachter Formensprache und gilt als erste Tierskulptur im Schaffen der gebürtigen Würzburgerin (Taxe 24.000 EUR). Den Sprung in die Abstraktion vollführt Herbert Strässers „Boxer“ von 1957. Die stilisierte und in geometrische Elemente aufgesplitterte Figur aus konischen Formen, Kugeln und Einkerbungen lässt in Anlehnung an den Kubismus die menschliche Form aber weiterhin erkennen (Taxe 8.000 EUR). Seine 1979 in schwarzbrauner Patina gefasste Bronze „Athena“ gehört zur Serie der „Köpfe“ aus Strässers späten Arbeiten. Das Haupt der weisen Göttin, die sich hier kriegerisch mit Helm zeigt, spielt mit den Kontrasten aus scharfer Geometrie und organischer Formensprache ebenso aus geschlossener und offener Form (Taxe 14.000 EUR).

Eine Herausforderung für die Augen ist Victor Vasarelys Op-Art-Kunst, die sich in dem Multiple „Sir-ris négatif“ 1966 auf einen Würfel ausweitet. Die geschwungenen schwarz-weißen Linien überziehen den Holzwürfel und erzeugen den optischen Effekt von ein- oder ausdringenden Kugeln (Taxe 1.200 EUR). Strahlendes Zitronengelb definiert Katharina Fritschs Gipsfigur „Madonna“. Die Jungfrau steht, betend die Hände zusammengeführt, in ihrem langen Gewand. Als exakte Vorlage für Fritsch diente eine Lourdes-Madonna aus dem Devotionalienladen am Wallfahrtsort Kevelaer (Taxe 1.500 EUR). Eher die Idee seiner Person, das Bild seines Schicksals und seiner Verletzlichkeit, als das reale Abbild des Dichters „Hölderlin“ hat Markus Lüpertz 2012 bei seiner farbig gefassten Bronzefigur modelliert (Taxe 12.000 EUR).

Die Auktion „Moderne und Zeitgenössische Kunst I” findet am 4. Dezember ab 14 Uhr statt. Die Kunstwerke können bis zum 3. Dezember in der Rankestraße 24, 10789 Berlin, von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Die Galerie Bassenge bittet um vorherige Anmeldung und Einhaltung der aktuell geltenden Hygieneregeln (derzeit 2G: geimpft oder genesen). Der Katalog listet die Objekte unter www.bassenge.com.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com

Startseite: www.bassenge.com



02.12.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Taxe: 30.000,- EURO

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Christian Rohlfs,  Weiblicher Rückenakt, 1911

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