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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Fünf-Tage-Woche im Wiener Dorotheum

Mehr Licht!



Stephan Mayerhofer,  Silberner Prunkleuchter, 1828

Stephan Mayerhofer, Silberner Prunkleuchter, 1828

Beleuchtet wird immer – das ist wie mit den Haaren und dem Friseurhandwerk. Für die bescheidene Tafel oder das Nachttischchen bietet das Dorotheum im Laufe seiner Auktionswoche vom 26. bis 30. November einen Satz „Sechs Wiener Maria Theresianische-Kerzenleuchter“ zum Schätzwert von 200.000 bis 250.000 Schilling feil. Wer hingegen Salon oder Foyer seiner Villa angemessen befeuern möchte, erwägt besser den Kauf des achtflammigen Silberleuchters, der etwas umständlich „Feldmarschall Erzherzog Karl – Silberner Prunkleuchter aus der Weilburg bei Baden bzw. Albertina in Wien“ genannt wird und 600.000 bis 700.000 Schilling kosten soll. Neben dem Silber sind Möbel, Jugendstil, Malerei des 19. und des 20. Jahrhunderts jeweils mit einem eigenen Katalog bedacht worden.



Sonntagsstimmung verbreitet das idyllische „Motiv bei Plankenberg“, das Emil Jakob Schindler 1887 einfing. Das Limit wird auf Anfrage mit 2,8 Millionen Schilling beziffert, immerhin das Doppelte dessen, was bisher für ein Werk dieses Künstlers auf einer Auktion bezahlt wurde. Vor gut zwei Jahren war die Flusslandschaft bei Christie’s in London noch für 48.000 Pfund zu haben gewesen. Etwas kleiner soll die Spanne sein, die der Einlieferer mit dem „Blick auf Toscolano am Gardasee“ von Robert Russ erzielen möchte. 1998 war das lichtdurchflutete Gemälde für 900.000 bis 1,4 Millionen Schilling bei der einheimischen Konkurrenz angeboten worden. Der jetzige Besitzer schlug bei 800.000 Schilling zu; jetzt möchte er ein Gebot von mindestens 1,2 Millionen Schilling erhalten; nach Abzug der jeweiligen Gebühren bliebe da nicht viel übrig. Der „Blick auf das antike Amphitheater in Taormina“ von Ernst Julius Preyer, das bei Zeller in Lindau im Mai 6.600 Mark brachte, scheint mit 90.000 bis 120.000 Schilling allerdings immer noch nicht überteuert zu sein.

Einen neuen Preisrekord versucht auch für ein Gemälde Otto von Thorens zu erringen. 600.000 bis 900.000 Schilling beträgt die Schätzung für den „Sonntag im Tiergarten Bois de Vincennes“ mit Elefanten, Kamelen und vielen Kindern, die auf den exotischen Tieren reiten. Beschaulicher geht es bei Franz von Defreggers „Zitherspieler“ (Taxe 900.000 bis 1,2 Mio. ATS) und der rotwangigen jungen Frau im farbenfrohen Sonntagsstaat „Auf Besuch“ bei jungen Eltern (Taxe 500.000 bis 600.000 ATS) zu. Dem Harmoniebedürfnis kommen ebenfalls die 15 Enten in Alexander Koesters „Dem Ufer zu“ entgegen, die auf 800.000 bis 1,2 Millionen Schilling taxiert sind.

Farbenfroh präsentiert sich eine Reihe von prächtigen Blumenbildern. Üppig und detailreich gestaltete Pauline von Koudelka-Schmerling ein „Großes Blumenstück in einer griechischen Vase mit Öllampe", die Preiserwartung ist mit 1,2 bis 1,4 Millionen Schilling entsprechend. Zwischen 500.000 und 900.000 bewegen sich die Schätzungen für Olga Wisinger-Florians bunte Sträuße. Mit 300.000 bis 400.000 Schilling könnte Joseph Niggs „Rosenstilleben“ etwas preiswerter werden.

Zwei mondäne „Damenporträts“ fordern zum Vergleich: Das eine stammt von Ilya Repin und stellt vermutlich die Sekretärin des Kunstkritikers Stassoff dar, mit dem der Maler befreundet war. Vor dem Hintergrund dunkler Möbel leuchtet das weiße Kleid, aus dem die als „Jakovleva“ bezeichntete Frau ernst und mit einer gewissen Herausforderung den Betrachter anblickt. Der virtuos gehandhabte Pinsel verleiht dem Stoff eine Lebendigkeit, die mit dem strengen Ausdruck der Schönen kontrastiert (Taxe 400.000 bis 700.000 ATS). Ganz anders hingegen der John Singer Sargent-Schüler Seymour Milais Stone. Gut 20 Jahre später porträtierte er eine „Dame der Gesellschaft“, die sich auf einer Sessellehne vor einem Kamin zierlich in Pose gebracht hat. Das Moment der Inszenierung wird noch unterstrichen durch das viel zu lange Band, das ohne praktische Funktion - unter der Brust zusammengeschnürt – über das sonst wohl zu unergiebige weiße Rüschenkleid mit Wespentaille und Spitze bis fast zum Boden reicht. Mit leicht geöffnetem Mund lächelt die etwas pausbäckige Schöne am Betrachter vorbei; die Charakterstudie ist der, wenn auch kostbaren, Dekoration gewichen (Taxe 120.000 bis 180.000 ATS).

An Hans Zatzka dürften sich die Geister scheiden. Flohmarktbesuchern sind seine Öldrucke nicht unbekannt. Diese Technik erlaubte es ihm um die Jahrhundertwende, hochwertige Reproduktionen seiner süßlichen Werke - schützende Madonnen, die über verlorene Kinder wachen, tanzende Putti etcetera, aber auch Boudoir- und Haremsszenen – herzustellen. Die Produkte sahen aus wie Gemälde, waren aber erheblich preiswerter. Zwischen 80.000 und 140.000 Schilling wird man für die angebotenen Werke schon bezahlen müssen; in anglophonen Ländern sind für identische Sujets jedoch mitunter doppelt so hohe Preise erzielt worden.

„Klassische Moderne und Zeitgenossen“ stehen ganz im Zeichen Alfons Waldes. Nicht weniger als acht Arbeiten des Expressionisten führt der Katalog auf. Typische Genreszenen wie „Der Kirchgang“ (Taxe 900.000 bis 1,2 Mio. ATS) und „Palmbretzen“ (Taxe 500.000 bis 600.000 ATS) finden sich ebenso wie die hieratischen „Bauer“ und Bäuerin“ (Taxe je 500.000 bis 650.000 ATS) oder der ungewöhnlich „Ekstatische Tanz“, ein Striptease im Endstadium, der auf 120.000 bis 200.000 Schilling taxiert ist. Anton Feistauer ist mit einem weihnachtlich wirkenden „Stilleben mit Äpfeln, Putto und Pferdchen“ vertreten (Taxe 700.000 bis 900.000 ATS), von Carl Moll ist eine fröhlich farbige „Straße Semmering Orthof“ im Angebot (Taxe 400.000 bis 600.000 ATS).

Die zeitgenössiche Kunst verblüfft mit einer monumentalen Skulptur von Dennis Oppenheim. Die „Badly tuned cow“ steht in einem stählernen Gatter aus Noten und wird von zwei Lampen mit Schwarzlicht bestrahlt (Taxe 650.000 bis 750.000 ATS). Die „Kleine Liegende“ Fritz Wotrubas setzt sich aus Bronzequadern zusammen (Taxe 350.000 bis 450.000 ATS). Arnulf Rainer hat ein „Kreuz grüngrau verdeckt“ (250.000 bis 350.000 ATS). Mit Wasser und Feuer bearbeitetete Yves Klein 1961 „F114“, das er dem Kritiker Pierre Descargues und seiner Frau Catherine widmete (Taxe 420.000 bis 480.000 ATS).

Die Sektion „Jugendstil“ ist nicht ganz sortenrein. Denn tatsächlich findet sich hier auch eine kleine Abteilung von rund 20 Vasen und Schalen aus Murano. Darunter ist auch ein „Großes Fazzoletto“ von Venini, hier mit gelben und auberginefarbenen Vertikalstreifen für geschätzte 14.000 bis 18.000 Schilling. Stolze 90.000 bis 100.000 Schilling beträgt die Schätzung für die Vase „Murrine Kiku“. Ermanno Toso arbeitete 1960 in das farblose Glas deckend Murrine in Blumen- und Sternform ein. Mit knapp 100 Vasen dominiert jedoch der Jugendstil diesen Katalog, besonders die Manufakturen von Gallé und den Gebrüdern Daum aus Nancy entfalten ihre ganze Pracht. Den Gipfel erklimmt hingegen eine „Seltene Vase“ von Désiré Christian, deren aufwendig gearbeiteter Blumendekor auf grünem Transparentglas die Schätzung auf 250.000 bis 350.000 Schilling treibt.

Liebhaber von Michael Powolnys Putti können sich an dem ungewöhnlichen „Indianerputto“ erfreuen, der in seiner schwarzen Einfärbung an die Frühzeit des Films erinnert, als weiße Schauspieler durch schlichtes Schwarzschminken zu Farbigen gemacht wurden (Taxe 200.000 bis 300.000 ATS). Der von Carl Otto Czech und Josef Hoffmann entworfene Paravent besticht durch die Stickereien auf seiner Schauseite, die in ornamentaler Stilisierung Ranken, Blumen, Vögel sowie eine Eidechse zeigen (Taxe 150.000 bis 200.000 ATS). Das gesamte Interieur einer Villa ist von Carl Witzmann in der „Fotodokumentation der Villa J. Müller in Brünn“ festgehalten. Die aufgeräumte Nüchternheit der Einrichtung mag manchen überraschen, der bei dem Entstehungszeitraum um 1910/15 nur an den ausladenden oder verspielten floralen Jugendstil denkt (Taxe 80.000 bis 100.000 ATS).

„Möbel mit Schwerpunkt Bauernmöbel“ bilden chronologisch den Beginn des Auktionsmarathons. Die zum Teil reich bemalten Einrichtungsgegenstände stammen teilweise aus dem 18. Jahrhundert und haben oft wenig Bäuerliches an sich. So führt ein „Bedeutender barocker Oberösterreichischer Bauernschrank“ den Bezug zur Landbevölkerung in der Bezeichnung wohl eher mit sich, weil auf den Türen neben Reitern auch Angehörige des niederen Standes abgebildet sind. Eine entsprechende Schätzung von 400.000 bis 500.000 Schilling begleitet den sogenannten Reiterkasten. Bis ins Biedermeier reicht die Bandbreite des Angebots. Ein „Außergewöhnlicher, früher Biedermeierschreibtisch“ in dunklem Mahagonifurnier beweist durch die Rolloverschlüsse eine gewisse Extravaganz (Taxe 200.000 bis 250.000 ATS). Die textile Abteilung führt ein „Seidenperserteppich-Keschan“ an, der nach rund 100 Jahren nicht zuletzt wegen seines guten Zustands 280.000 bis 320.000 Schilling kosten soll.

Eine Vorbesichtigung ist an Werktagen von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr bis unmittelbar vor der Auktion möglich. Die Versteigerungen beginnen wie folgt:

  • Möbel am 26. November um 14 Uhr

  • Klassische Moderne und Zeitgenossen am 27. November um 17:30 Uhr

  • Silber am 28. November um 17:30 Uhr

  • Ölgemälde und Aquarelle des 19. Jh. am 29. November um 17:30 Uhr

  • Jugendstil am 30. November um 14:30 Uhr

  • Kontakt:

    Dorotheum

    Dorotheergasse 17

    AT-1010 Wien

    Telefon:+43 (01) 515 60 0

    Telefax:+43 (01) 515 60 443

    E-Mail: client.services@dorotheum.at

    Startseite: www.dorotheum.com



    22.11.2001

    Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Stefan Kobel

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    Michael Powolny,  Indianerputto, 1912

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    Taxe: 200.000 - 300.000 ATS

    Zuschlag: 200.000,- ATS

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    Alfons Walde,  Ekstatischer Tanz

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    Taxe: 120.000 - 200.000 ATS

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    Taxe: 1.200.000,- ATS

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    Dennis Oppenheim,  Badly tuned cow, 1989

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    Taxe: 650.000 - 750.000 ATS

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    Hans Zatzka,  Frühlingskonzert

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    Taxe: 80.000 - 100.000 ATS

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    Désiré Christian, Seltene Vase, Meisenthal um 1900

    Taxe: 250.000 - 350.000 ATS

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