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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die 32. Ausgabe der Art Brussels hat ihre Pforten geöffnet

Auf zur Entdeckermesse nach Belgien



Katerina Gregos, die Nachfolgerin der zu früh verstorbenen Art Brussels-Direktorin Karen Renders, versucht in ihrem zweiten Jahr, die großen Fußstapfen ihrer Vorgängerin auszufüllen. Gregos ist mit dem Konzept angetreten, aus der Art Brussels eine „Discovery Fair“ zu machen, die in diesem Jahr mehr als 30.000 Besucher anziehen soll, obwohl sie einen Tag kürzer ist als im Jahr zuvor. Auf 8.500 Quadratmeter stellen 190 Galerien aus, vier alleine aus Dubai. Darauf ist die Messe stolz. Und wie jede Kunstmesse, die das Alleinstellungsmerkmal par excellence sucht, ist auch Katerina Gregos davon überzeugt, dass ihr das gelingen wird. So hat sie auch gleich zu Beginn der Art Brussels die Gewinnerin des Pirelli Prize vorgestellt: Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an die 1985 geborene Südafrikanerin Catharine Ahearn für ihre Solopräsentation bei der Galerie Office Baroque aus Brüssel. In Erinnerung an Karen Renders wurde erstmals der Karen Renders Award für die beste Koje aus der Sektion „Young“ aufgelegt. Katerina Gregos hat sich in diesem für die Galerie Jousse Entreprise aus Paris entschieden.


Wie schwer es mit Zuordnungen ist, zeigt sich am Beispiel des Grimmuseums. Der von dem Berliner Ausstellungsraum vertretene Künstler Andrés Galeano sucht auf Flohmärkten nach Fotos, die Menschen wegwerfen oder veräußern wollten. So sammelte er im Laufe der Zeit Landschaftsaufnahmen, die zum Teil überbelichtet oder schon vergilbt waren, oder Portraits, die keine wurden, weil der Fotograf vergessen hatte, den Finger von der Linse zu nehmen und dadurch der Kopf erst gar nicht abgelichtet wurde. Diese völlig überflüssigen Fotos, sind das Kunstmaterial, aus dem der Spanier Galeano neue Bilder zaubert. Er ordnet die Fotos zueinander, die als Gemeinsamkeit ihre Fehlerhaftigkeit haben. Im neuen Gewand sind sie ironisch, komisch, abstrakt und auf seltsame Weise berührend. Eine kreisrunde Fotocollage kostet 1.400 Euro oder etwas größer 3.500 Euro. Eigentlich versteht sich das Grimmuseum als Non-Profit-Unternehmen, nimmt aber in der Sektion „Young“ teil und ist dann doch über so machen Verkauf froh.

Damit allein schafft man noch kein Alleinstellungsmerkmal für eine Messe zur zeitgenössischen Kunst. Auch in Brüssel finden sich Aussteller, die in der Sektion „Prime“ zu den großen Galeriengöttern gehören wie Xavier Hufkens, Jos Jamar, Gerald & Bart Deweer, Barbara Gladstone oder die Galerie Lelong. Auf sie kann keine Messe verzichten, denn sie sind der Garant für Besucher und Umsätze, für Sammler und Museen, für Trends und Namen. Und damit man besser unterscheiden kann, wer in welcher Liga spielt, hält die Art Brussels Messe eine farbliche Gruppenklassifizierung parat: Lila heißt „Prime“, Rot „Young“, die mit ihrem überwiegend jungen Programm von einer Auswahlkommission eigens eingeladen wurden, Gelb „First“, gesponsert von der Uhrenfirma „Swatch“, Blau „Solo“ und Grün „Curator’s View“. Dieser neue Bereich will thematische Show auf die Art Brussels bringen. Hier können Galerien mehrere Künstler zu einem Thema oder eine kleine Werksübersicht von nur einem Künstler präsentieren.

Georges-Philippe & Nathalie Vallois aus Paris haben auf die Messe eine farbenfrohe Décollage von Jacques de la Villeglé und eine wunderbare kinetische Meta-Arbeit von Jean Tinguely mitgebracht: „Meta-Kandinsky“ aus dem Jahr 1990 soll 160.000 Euro einbringen. „Sorry we’re closed“ aus Brüssel zeigt George Segal und Allan McCollum, Rodolphe Janssen, ebenfalls Brüssel, überzeugt mit den deutschen Holzschneidern Gert und Uwe Tobias. Samuel Vanhoegaerden aus Knokke konzentriert sich in einer Soloshow auf die Schattenschriften von Fred Eerdekens, die aus scheinbar sinnlos geformten blankpolierten Drähten durch geschickte Beleuchtung sichtbar werden. So liest man das Wort „Meaning“ an der Wand oder Wortfetzen auf hellgrauem Teppich. 20.000 bis 25.000 Euro stehen auf den Preisschildern dieser Arbeiten kosten. Ein kinetisches Objekt mit weißen Kugeln auf schwarzem Grund von Pol Bury gibt es hier für 85.000 Euro.

Zum dritten Mal in Brüssel dabei ist die Galería Habana aus Kuba. Bei ihr findet man eine weiße Karl Marx-Büste mit blutunterlaufenem rotem Auge von Lázaro Saavedra für 20.000 Euro. Das erste Exemplar dieser Büste, allerdings in Grau, fand man im vergangenen Jahr auf der Biennale in Venedig. Am Stand von André Simoens aus Knokke hängt für 38.000 Euro ein großes Portrait von Thomas Ruff, auf dem der deutsche Fotokünstler seinen Bruder verewigt hat. Im Mai wird Ruff eine Einzelausstellung im Museum für zeitgenössische Kunst im belgischen Gent haben. Den verstörenden Zeichnungen von Kiki Smith hat die Galerie Lelong die geometrischen und minimalistischen Farbflächen von Günther Förg gegenübergestellt. Das Poetische fängt hier eine kinetische Arbeit von Rebecca Horn ein.

Selten fand man die Koje von Anita Beckers aus Frankfurt so gut gefüllt, wie in diesem Jahr. Mit der Installation von „The Old Boys’ Club“ wird das Gender-Thema aufgegriffen und durch eine individuelle Künstlersprache interpretiert. Hinter dem Pseudonym „The Old Boys’ Club“ steckt eine junge Französin Katya Bonnenfant, die mit ihrer Installation Verkäufe nach Kanada und Amerika verbuchen konnte. Denn Museumsvertreter schlugen schon vor der Vernissage kräftig zu. Allerdings ging es hier auch um moderate Preise zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Die Galerie Zink aus Berlin hat den Kosmopoliten Gregory Forstner mitgebracht, der eine doppelbödige Westernszene malerisch für 16.500 Euro ausgearbeitet hat. Jos Jamar aus Antwerpen trumpft außer mit Panamarenko oder Pierre Alechinsky auch mit den altmodisch anmutenden Schuhbildern von Laurent Cruyt auf. Die in zarten Rosétönen gehaltenen Bilder tragen den Titel „Marie Antoinette“ und bewegen sich preislich zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Die Galerie Deweer aus Otegem, gerade zurück von der Art Cologne, hat auch wieder das Holzrelief „Frau im Blau“ von Stephan Balkenhol für 40.000 Euro dabei.

Der Kölner Galerist Christian Lethert setzt auf die überlagerten Farbflächen von Imi Knoebel für 170.000 Euro und freut sich, dass er nun zum ersten Mal an der Art Brussels teilnehmen kann, da sich der Termin nicht mehr mit der Art Cologne überschnitten hat. Er hofft nun die Sammler aus Belgien und den Niederlanden direkt ansprechen zu können. Martin Kudlek, ebenfalls aus Köln, zeigt die subtilen Papierarbeiten von Angela Glajcar, die zwischen 3.200 und 6.800 Euro verlangen. Aeroplastics aus Brüssel konnte das für 90.000 Euro ausgepriesene neue Werk von Kate Waters’ realistischer Malerei an einen Liebhaber vermitteln. Und dass bei einer „Young“-Gallery auch ein Künstler Jahrgang 1936 eine Chance hat, beweist Thomas Fischer aus Berlin, der die subtile „Schwarz-Aquarell-Schichtung“ von Joachim Bandau für 18.000 Euro anbietet.

Die Art Cologne ging erfolgreich zu Ende. Die Galeristen hatten knapp zehn Tage Zeit, umzupacken und in Brüssel neu aufzubauen. Durch die Osterfeiertage ist die belgische Messe einen Tag kürzer als sonst. Doch nach den guten Verkäufen am Eröffnungstag, sollte die verkürzte Laufzeit kein Problem für den Erfolg der Art Brussels darstellen. Den Farben sei Dank!

Die „Art Brussels – 32 Contemporary Art Fair“ hat bis zum 27. April täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Brussels Expo – Halls 1 & 3
Place de Belgique, 1
BE-1020 Brüssel

www.artbrussels.com



27.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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Jung, frisch und doch gut aufgestellt

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