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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die Art Cologne ist zu alter Größe aufgestiegen. Ihre neue Ausgabe präsentiert sich gefestigt und lockt mit guter Kunst

Auf dem Weg zur halben Jahrhundertfeier



Weit schwingen sich die nur scheinbar leichten Eisenbalken von Joel Shapiros „Elevation I“ und „Elevation II“ vor den Halleneingängen der Kölnmesse in die Höhe. In ihrer tänzerischen Art oder dem V-Zeichen könnte der Ankommende meinen, sie signalisieren vor Freude und in Siegespose das Überleben der Art Cologne kurz vor ihrem 50. Geburtstag. Die beschwingte Einladung des amerikanischen Minimalisten anzunehmen, lohnt sich heuer; denn die Messe für moderne und zeitgenössische Kunst gibt sich ungewohnt frisch, wohl organisiert und erstaunlich übersichtlich. Über 200 Galerien aus 25 Ländern präsentieren in exzellent ausgeleuchteten Hallen und großzügiger Aufmachung ein facettenreiches Programm von internationalem Standard. Auf der Pressekonferenz zur 48. Ausgabe betone Messechef Daniel Hug die seiner Ansicht nach wichtigsten Komponenten des mehr oder minder durchgängigen Erfolgs der Veranstaltung: Qualität, gewährleistet durch kompetente Auswahl der Teilnehmer, Vielfalt und Ortsverbundenheit. In diesem Jahr zeigt sich dies besonders durch das zeitgleich in Düsseldorf stattfindende Kunstfestival der Quadriennale, das unter dem Motto „Über das Morgen hinaus“ dazu einlädt, über die Zukunft der Kunst nachzudenken.


Für etliche Aussteller ist die Art Cologne die wichtigste Kunstmesse des Jahres. Daher haben sie gute Ware gesammelt, um dem Kunstfreund ihre Highlights zu offerieren. Glanz geben der Kölner Verkaufschau auch wieder Rückkehrer, etwa die Berliner Galerie Contemporary Fine Arts, die nach Jahren der Abwesenheit wieder auf der Art Cologne teilnimmt. Die Breite des Angebots auf der Art Cologne äußert sich nicht nur in den künstlerischen Genres, Disziplinen und Stilen, die die Kunstentwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts widerspiegeln, sondern ist auch preislich zu verstehen. Von 100 Euro bis hin zu fast zehn Millionen Euro erstrecken sich die Preise. Joel Shapiros Plastiken im Entree, angeboten von Karsten Greve, stammen aus dem Jahr 1994 und sind mit jeweils 1,4 Millionen Euro ausgezeichnet.

Streng wird der Besucher sogleich beim Eintritt in die untere Messehalle beäugt. „Obscura“ nannte Tony Oursler seine Installation mit auf Kugeln projizierten Augen, die lebensnah jeden Vorbeischlendernden ins Visier nehmen. Das Werk von 1996 kostet 218.000 Euro. Das Innere des Standes von Hans Mayer nimmt eine weit ausgreifende „Raumskulptur“ von Norbert Kricke für 560.000 Euro ein. 3 mal 5,5 mal 2,2 Meter misst die Arbeit aus dem Jahre 1971. Nebenan hat Karsten Greve seine Werke aufgebaut und präsentiert eine Plastik des vor zwei Jahren verstorben Norbert Prangenberg, die auch in so manches Rauminnere passen würde. Die bienenkorbartige, 185 Zentimeter hohe „Figur“ von 1998 aus farbiger glasierter Terrakotta kostet 78.000 Euro. Etwas weiter warten Hauser & Wirth mit Paul McCarthy auf. „Alpine Man“ ist die kinetische Installation aus dem Jahr 1992, der sich die Genitalien an einem großen Fass reibt und scheinbar die erotische Zuneigung zu dem im Inneren abgefüllten alkoholischen Getränk zum Ausdruck bringt. Ob sich jemand findet, der 1,8 Millionen Euro dafür übrig hat?

Michael Werner dagegen gibt sich zahmer und hat als Eyecatcher ein „Stillleben mit Vase“ aus dem Jahr 2012 von Markus Lüpertz gehängt, für das er 75.000 Euro verlangt. Gegenüber hat die Mönchengladbacher Galerie Löhrl wieder einige Werke von Künstler der Region aufgebaut. Von Gregor Schneider lädt der 2004 erschaffene Raum „Nursery“ zum Eintreten ein. Das eher unheimliche dunkle „Kinderzimmer“ ist für 125.000 Euro zu haben. Besonderes Interesse erregte bei vielen Besuchern bereits am Vernissagetag eine Gruppe von Zeichnungen Blinky Palermos, deren zentrales Motiv das blaue Dreieck ist. Das mit Schablone und Pinsel ausgeführte Auflagenwerk besteht aus mehreren Blättern (Preis 250.000 Euro). Eine schöne dreiteilige Bronze von Tony Cragg hat schon viele Besucher in die Koje von Heinz Holtmann gelockt. „Points of View“ muss beim Umhergehen erschlossen werden. Wer permanent die dabei entstehenden Varianten genießen möchte, muss 145.000 Euro übrig haben.

Ganz am Ende des ersten Gangs hat die Levy Galerie aus Hamburg ihre Zelte aufgeschlagen. C.O. Paeffgen, der für seine Chiffrenmalerei bekannte Kölner, überzeugt mit zwei Varianten des reliefartig gearbeiteten „Mondes“: die blaue wird für 15.000 Euro, die rote für 10.000 Euro abgegeben. Die am meisten Aufsehen erregende Plastik ist das weit oben hängende „Marilyn Crucifix“ aus dem Jahr 2000 von Saskia de Boer. Wer die etwas blasphemisch anmutende Arbeit bei Levy erwerben möchte, muss 9.200 Euro bereit halten. Weniger erregte Diskussionen dürfte das kleine, aber umso anmutigere Mobile von Alexander Calder bei Laszlo von Vertes entfachen. „Wichita Mobile“ von 1973 will mit stolzen 950.000 Euro umworben werden.

Wenig zu sehen gibt es diesmal auf dem kleinen Stand der Galerie Thomas aus München. Hier wird stattdessen das fünfzigjährige Galeriejubiläum gefeiert. Doch warten Silke und Raimund Thomas in der Standmitte mit einem Paukenschlag auf: „Die Angst des Hasen“, ein längsrechteckiges charakteristisches Tiergemälde von Franz Marc aus dem Jahr 1912, gilt mit 9,4 Millionen Euro als das teuerste Werk der Art Cologne. Wieder mit dabei ist Michael Schultz, der sich diesmal gefügig auf den zweiten Rang begibt, was die Preisgestaltung anbelangt. Denn mit dem Betrag von 8,5 Millionen Euro für die regenbogenbunte Farbverwischung „Abstraktes Bild (503)“ Gerhard Richters von 1982 rangiert er preislich hinter dem Rekordhalter der Messe. Rund ein Dutzend weitere Gemälde und Papierarbeiten des deutschen Malerfürsten hat Schultz aus Berlin mitgebracht, die ab 195.000 Euro zu erwerben sind.

Zu den gelungensten Inszenierungen der Art Cologne zählt die Präsentation von Robert Indianas „The Book of Love“. Sämtliche zwölf Varianten des Mappenwerkes samt Gedichten bietet die Kölner Galerie Boisserée für 78.000 Euro an. Unter den vielen musealen Stücken bei Boisserée zählen allen voran zwei auf Leinwand aufgezogene Papierarbeiten von Pierre Soulages, dessen neues Museum in den nächsten Tagen in Frankreich eröffnet wird. „Brou de noix sur papier“ aus dem Jahr 2004 soll 95.000 Euro einbringen, während für die gleichnamigen braunen und schwarzen Farbflächen von 2001 stolze 160.000 Euro auf dem Etikett stehen. Die Galerie Koch aus Hannover legt heuer den Schwerpunkt auf George Grosz. Der bissige Kritiker und Chronist thematisiert auch in einer Tusche- und Aquarellarbeit aus dem Jahr 1919 die scheinheilige Doppelmoral des Bürgertums und setzt sich in den „Kriegsprofiteuren“ für soziale Gerechtigkeit ein. Die mehrfach in der Literatur besprochene Papierarbeit kostet 240.000 Euro. Darüber hinaus offeriert Koch Papierarbeiten von Lucian Freud, darunter das Porträt „Head of Ali“, einen radierten markanten Männerkopf aus dem Jahr 1999 für 44.000 Euro.

Einen Reigen eindrucksvoller Bilder und Skulpturen bekannter Größen der klassischen Moderne haben Rainer und Manuel Ludorff aus Düsseldorf mitgebracht. Das farbintensive Tuscheaquarell „Reetlandschaft und Boote“ von Emil Nolde aus dem Jahr 1920 dürfte sicherlich nicht zuletzt wegen der derzeit laufenden Retrospektive in Frankfurter Städel von Interesse sein (Preis 495.000 Euro). Selten geworden sind Gemälde von Hans Hartung, und nach langen Jahren kann Ludorff wieder ein Werk des Tachisten anbieten: Die horizontalen Linienschraffuren „T1964-H 16“ aus dem Jahr 1964 für 145.000 Euro. Von Gotthard Graubner ist für lediglich 9.5000 Euro ein titelloses frühes Aquarell aus dem Jahr 1965 auf Papier im Angebot. Gleich gegenüber hängt bei Dierk Dierking, der im vergangenen Jahr von Köln nach Zürich ausgewandert ist und mit dem Umzug neben der Stammeskunst auch vermehrt Klassiker der Zeitgenossen führt, ein fulminantes „Lichtkissen“ Graubners aus dem Jahr 1995. Das die Wand beherrschende Werk entführt für 460.000 Euro in unzählige Varianten violetter Farbbildung.

Etwas weiter hat Klaus Schwarzer wieder einige originelle Werke aus Düsseldorf mitgebracht. Vornweg präsentiert er erstmals vollständig und in der vom Künstler Le Corbusier vorgegebenen Hängung die Grafikfolge „Le poème de l’angle droit“ (Preis 120.000 Euro). In die Koje hinein lockt ein Kriegsbild von Willi Baumeister. „Eidos mit zwei Figuren“ aus dem Jahr 1940 zeigt zeittypisch erdförmig abgetönte amorphe Formen. Wer sich dafür begeistern möchte, muss 580.000 Euro aufbringen. Im Jahr 1963 kreierten die drei ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker für Raimund Schröder, den Restaurator der Krefelder Kunstmuseen, ein dreiteigiges Werk, das streifenförmig den Duktus der drei spiegelt und nun bei Schwarzer für stolze 245.000 Euro zu haben ist.

Clemens Fahnemann aus Berlin bietet den Zyklus „Der Deutsche“ aus 14 Acrylarbeiten mit gitterartigen Farbstrukturen von Imi Knoebel an, die einzeln 3.300 Euro, alle en bloc für 40.000 Euro zu haben sind. Sein ebenfalls auf minimalistische Kunst spezialisierter Münchner Kollege Walter Storms stellt eine aus ineinander verschlungenen Fragezeichen bestehende Neonplastik des Münchener Akademieprofessors Albert Hien vor. Der „Miniluster“ von 2014 leuchtet bei 25.000 Euro. Ernst Hilger aus Wien birgt frischen Wind auf seinem Stand. Dafür sorgt der „Schwarzwalduhrenplastiker“ Stefan Strumbel, dessen traditionelle, aber poppig bearbeitete Uhr 13.000 Euro kostet. Der ungarnstämmige Op Art-Meister Victor Vasarely ist bei der Galerie Haas aus Zürich mit seiner augentäuschenden Hervorwölbung „Delatt“ von 1976/77 für 58.000 Euro präsent.

Wer atelierfrische Kunst bevorzugt, wird auf der oberen Hallenebene fündig. Sabine Knust stellt ein gerade vollendetes, ungebändigt pastoses Ölgemälde von Jonathan Meese aus. Es trägt den kryptischen Titel „Zoo 7, Camelot de Chamäleon de Don ‚Ei’“ und ein Preisschild von 14.200 Euro. Die Galerie Max Weber Six Friedrich ist ebenfalls aus München angereist und bietet neben der minimalistischen bunten Neonarbeit „untitled (to Lucie Rie) Ij“ von Dan Flavin für 200.000 Euro einen stilisiert in Farbstreifen gemalten „Großen Ätnadurchblick“ von Andreas Schulze für 19.000 Euro an. Wer sich für Fotografie interessiert, sollte sich beim Frankfurter Galeristen Lothar Albrecht umsehen. Er präsentiert neue, auf Menschen konzentrierte Fotoarbeiten von Michael Neubürger, die sich preislich zwischen 3.300 Euro und 12.000 Euro bewegen.

Die 48. Art Cologne findet auf dem Gelände der Messe Köln in Halle 11 statt. Sie hat vom 10. bis zum 12. April von 12 bis 20 Uhr, am 13. April von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, die Abendkarte ab 17 Uhr ebenfalls 20 Euro. Die Zweitageskarte kostet 35 Euro, der Katalog 30 Euro.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de

Startseite: www.koelnmesse.de

www.artcologne.de



13.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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