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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Viele deutsche Kunsthändler haben der Eurantica ihren Rückzug erklärt. Die verbliebenen hatten Glück und waren diesmal mit den Verkäufen auf der Brüsseler Messe für klassische Kunst und Antiquitäten zufrieden

Eine Stadt schmückt sich



Auf der Eurantica 2014

Auf der Eurantica 2014

Von Jahr zu Jahr schrumpft die Zahl der teilnehmenden Kunsthändler aus Deutschland, die den Weg nach Brüssel zur Eurantica finden. Die Messe war erstmals in den Hallen angesiedelt, die ansonsten von der Art Brussels beansprucht werden. Das scheint eine sinnvolle Lösung für eine strukturierte Aufteilung und eine klare Wegführung. Denn der Weg zum Händler des Herzens sollte einfach sein. Aber mitnichten. Man musste schon pfadfinderische Qualitäten haben, um sich im Gewirr der Gänge zurechtzufinden. Allein dieses Hindernis trübte nicht den Eindruck, dass es den Machern der Eurantica wieder einmal gelungen war, eine ansprechende Verkaufsschau zusammen zu stellen. In diesem Jahr hatte die Eurantica sich „Brüssel“ als Leitthema gestellt. Es sollte eine Hommage für die Menschen werden, die die Hauptstadt Europas maßgeblich gestaltet haben. Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Rêver Bruxelles“ zeigte eine Auswahl von Originalen aus der Sammlung der BNP Paribas Fortis Bank und des Musée d’Ixelles.


Ansonsten schien der Schwerpunkt der Messe diesmal auf Schmuck zu liegen. Nie sah man so viele Schmuckstände mit Pretiosen aus allen Epochen und für jeden Geldbeutel. Pierre Emmanuel Béguin aus Lüttich bot Ringe mit kleinen Steinen schon für 750 Euro an, außerdem Broschen für 400 Euro und breite Armbänder im Stil der 1960er Jahre für 450 Euro. Ergänzend zum Funkelnden hatten einige Händler auch Handtaschen im Vintage-Stil aus den Häusern Chanel, Hermès und Louis Vuitton an ihren Ständen ausgelegt. Doch was wäre die Eurantica ohne großartige Malerei. Die NF Art Gallery aus Zoersel in Flandern brachte die großen Stars der belgischen Malerei mit nach Brüssel, etwa Théo van Rysselberghe mit einem Portrait von 1910. Ebenfalls mit einem Portrait war Rik Wouters vertreten, und auch Félicien Rops, der für seine erotischen Darstellungen bekannt ist, konzentrierte sich diesmal auf ein junges Mädchen mit einer roten Schleife. Für 400.000 Euro gab es hier ein Aquarell von Léon Spilliaert.

Mit Malerei der ganz anderen Art war die Aborigène Galerie aus Paris angereist. Sie zeigte ausschließlich die getupften Malereien der Ureinwohner Australiens und nahm zum ersten Mal an der Eurantica teil – erfrischendes Neuland. Lex Antiqua aus Wellen in Belgien wartete mit alten Zeichnungen und Drucken auf. Besonders auffallend waren Modezeichnungen auf durchsichtigem Pergamentpapier. Sie stammen aus den 1930er, 1940er und den 1950er Jahren. Besonders die Mode der 50er lässt jedes Frauenherz höher schlagen und sie kostete nur 30 Euro je Blatt. Wen man gewillt war, sich mehrere Zeichnungen zusammenzustellen, konnte man einen Paketpreis aushandeln, der auch dem kleinen Geldbeutel nicht weh tat.

Schon in den vergangenen Jahren konnte man feststellen, dass Möbelangebote aus der Zeit des Art Déco die Eurantica dominierten. Anthemion aus Brüssel stellte diesmal zwei Sessel aus dem Jahr 1923 mit Stahlrohrgestell und perfektem Bezug in grauem Velours für 3.500 Euro das Paar vor. Aus Barcelona kam die Galerie Miquel Alzueta mit dem in Spanien gerade angesagten Maler Miguel Macaya, dessen altmeisterliche Gemälde, so ein Stillleben mit Äpfeln, für 7.000 Euro an den Standwänden hingen. Dazu gesellten sich witzige Designobjekte im Stil der 1950er Jahre. Ein kleiner Beistelltisch in knalligem Gelb, der in einer Auflage von 50 hergestellt wurde, kostete 2.500 Euro. Ungewöhnlich für Belgien und auch in der Kunstszene ein wenig vergessen, waren Arbeiten von Antoni Tàpies, dessen Grafik für 48.000 Euro einen Abnehmer fand, während ein Werk von Joaquín Torres García um 1900 für 45.000 Euro noch zu haben war.

Bob Shimanovich aus Berlin fühlt sich nach ungezählten Teilnahmen an der Eurantica schon fast als Belgier. Er war – wie kann man es anders erwarten – mit seinem Umsatz sehr zufrieden. Allerdings, so klagte er, gab es am Eröffnungswochenende sechs Messen auf dem Heysel, dem Brüsseler Messezentrum, keine Parkplätze und ein dadurch resultierendes Verkehrschaos, so dass ein Sammler, der unbedingt kommen wollte, unverrichteter Dinge wieder umkehren musste. Doch Shimanovich konnte in dennoch auf die Messe holen. Neben Wiener Bronzen und Tänzerinnen aus weißem Marmor mit fein herausgearbeiteten Gesichtern fand man in seinen Vitrinen auch ungewöhnliche Meerschaumpfeifen, die bis zu 1.000 Euro kosten können. Eine kleine Tischlampe, die zu den Wiener Bronzen zählt, ist als kleines Haus gestaltet, durch dessen geöffnete Haustür man einen Schuster bei der Arbeit sieht. Für 8.600 Euro war dieses Kleinod zu haben.

Ebenfalls seit Jahren dabei ist Dr. Michael Ewenstein aus Berlin. Er vertrat die russische Ikonenmalerei, daneben präsentierte seine Galerie Schmuckstücke und Raritäten ebenfalls aus Russland. Ein ungewöhnlich großes Kalendarium aus dem 18. Jahrhundert verlangte um die 80.000 Euro. Ohrringe mit dem für Russland typischen des Cloisonné-Email bot er für 2.400 Euro an, ebenso einen Spazierstock mit einem Knauf aus dieser besonderen Emailletechnik. Viele deutsche Galerien haben die Eurantica verlassen. Neben Shimanovich und Ewenstein gehörten in diesem Jahr noch Gottfried Ruetz aus München mit japanischer Druckgrafik des 18. Jahrhunderts und ganz neu der Kunsthandel Michael Nöth aus Ansbach zu den Ausstellern aus Deutschland. Wie alle deutschen Teilnehmer zeigte auch er sich mit den Umsätzen zufrieden. Bei Nöth gab es vieles an Malerei, was das Sammlerherz höher schlagen ließ. Erich Heckels „Kleine Rhönlandschaft“ lockte für 130.000 Euro. Daneben reüssierte eine Farbkomposition von Gabriele Münter für 38.000 Euro. Der vor allem in Österreich bekannte Jugendstil-Maler Carl Moll steuerte einen „Frühstückstisch“ für 280.000 Euro bei, und von der jüngeren Generation zeigte die Galerie eine dralle „Society Lady“ von Fernando Botero aus dem Jahr 1984 für 90.000 Euro.

Wie in fast jedem Jahr lief die Eurantica parallel zur großen TEFAF in Maastricht. Der Messe-Manager Luc Darte war auch in diesem Jahr davon überzeugt, dass dieser Termin der Messe gut tut. Es habe sich bewahrheitet, dass Sammler die Gelegenheit zum Besuch beider Messen wahrnehmen. 125 Kunst- und Antiquitätenhändler aus Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, England, Deutschland und Italien präsentierten quer durch alle Genres klassische und Vintage-Möbel, alte Gemälde und moderne Kunst, Tapisserien, Glaswaren, Schmuck , Uhren, Münzen und Instrumente. Dass die Eurantica einen Besuch wert war, bleibt auch in diesem Jahr unbestritten, trotz der unübersichtlichen Anordnung der Gänge. Nur in einem Punkt sollte die Messe umdenken: Die Qualität der zeitgenössischen Kunst ist so ohne Belang, dass man einen Besuch dieser Galerien sehr gut vernachlässigen konnte.

www.eurantica.be



30.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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Nicolas Sageot zugeschrieben, Bureau Mazarin, um 1680

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