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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Stärken und Schwächen der Jubiläumsauktion von Quittenbaum in München

Bedarf an Jugendstil



Henry van de Velde,  Kaffee- und Teeservice „Service I“, 1902/03

Henry van de Velde, Kaffee- und Teeservice „Service I“, 1902/03

Bei seinem Ausflug in die hehren Sphären der großen Kunst ging das Münchner Auktionshaus Quittenbaum am 6. Dezember vorerst leer aus: Trotz Jubiläumscharakters – es war die hundertste Veranstaltung des 1998 gegründeten Unternehmens – fand sich für das halbe Dutzend expressionistischer Malereien, die das Auktionshaus der Designofferte vorangestellt hatte, kein Abnehmer: 350.000 bis 450.000 Euro waren einfach zu viel für August Mackes „Haus in Bonn“ von 1911, und auch Gabriele Münter, Ernst Ludwig Kirchner und Christian Rohlfs, deren Arbeiten für bis zu 120.000 Euro angepriesen waren, mussten unverrichteter Dinge ihre Heimreise antreten. Mit einer Vermittlungsquote von gut 31 Prozent lag die Auktion insgesamt nicht über dem Durchschnitt bei Quittenbaum. Dabei war das Interesse an Jugendstil und klassischem Design erheblich höher als bei den Produkten der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.


Heftig beboten wurde vor allem ein Objekt: Henry van de Veldes fünfteiliges Kaffee- und Tee-„Service I“ von 1902/03, das erste, das der Belgier nach seiner Übersiedlung nach Weimar schuf und das nur in einem weiteren Exemplar dokumentiert ist, wurde bei einer Schätzung von 60.000 bis 70.000 Euro erst bei 125.000 Euro zugeschlagen. Die Arbeiten des berühmten Jugendstil-Designers schienen auf der Wunschliste der Kunden ohnehin ganz oben zu stehen: Sein „Havana-Sessel“ von 1897 wurde für 15.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), seine kugelrunde Henkelvase „205“ in erdigen Brauntönen von 1902/03 für 8.000 Euro (Taxe 4.200 bis 4.500 EUR) und ein weiteres Blumengefäß, das selbst geformt ist wie ein Blütenkelch, aus etwa der gleichen Zeit für 16.000 Euro weitergereicht (Taxe 6.500 bis 8.000 EUR).

Unter den Werken seiner Kollegen ragen Max Laeugers in abstrakt floralem Dekor schimmernde Vase „Goldmosaik“ von etwa 1906 für 6.400 Euro (Taxe 2.800 bis 3.500 EUR), mehrere Goldrandgläser aus Peter Behrens’ „Wertheim“-Service“ von 1902 für bis zu 5.800 Euro und eine fast expressiv farbige Steingutvase Hans Christiansens aus dem Jahr 1901 für 8.200 Euro hervor (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Von Richard Riemerschmids wurden ein in Messingbronze gegossenes Paar astartiger Kerzenleuchter mit Knospentüllen von 1897 für 8.000 Euro (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR) und ein kantiger, verglichen zu den filigranen Arbeiten der Zeit kernig anmutender Tisch um 1904 für 6.500 Euro übernommen (Taxe 3.200 bis 4.000 EUR).

Beim klassischen Design waren vor allem bekannte Namen gefragt wie der große, ledergepolsterte Stahlrohrsessel „Grand Confort – LC-2“, den Le Corbusier zusammen mit Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand 1928 auf den Markt brachte. Auf 9.000 Euro konnte sich hier die untere Schätzung beinahe verdreifachen. 18.000 Euro schaffte Marcel Breuers weit ausschwingender Liegestuhl „313“ von 1932/34, der dem seinerzeit neuen Material Aluminium huldigt (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Eckart Muthesius’ „Roter Sessel“, 1931 ursprünglich für den Palast das Maharadscha von Indore mit allerlei raffinierten Funktionen entworfen und 1989 von den Vereinigten Werkstätten München neu aufgelegt, erzielte 9.000 Euro (Taxe 10.000 bis 11.000 EUR). Eine neoklassizistisch elegante Stehleuchte Jacques Adnets aus den 1940er Jahren kletterte leicht von 4.000 bis 5.000 Euro auf 5.500 Euro, sein zweistufiger, treppenartigen Beistelltisch aus der selben Zeit auf 1.900 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR).

Bei den jüngeren Arbeiten ließ das Interesse dann aber merklich nach. Freudige Überraschungen wie die Steigerung von 2.000 bis 2.500 Euro auf 5.800 Euro für den nüchternen Schreibtisch „93“ aus Palisander der dänischen Designerin Nanna Ditzel von 1952 oder von 5.000 bis 6.000 Euro auf 6.500 Euro für einen drei Jahre jüngeren, ähnlich spartanischen Zeichentisch Poul Kjærholms wurden seltener. Als Rarität war Gerrit Rietvelds Kirchenbank für die „Hoeksteen“-Kirche in Uithoorn von 1963 recht umkämpft: Erst bei 11.000 Euro knallte hier der Hammer aufs Pult (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Zulegen konnten auch konnte auch Verner Pantons Deckenleuchte „SP 1“ von 1970 aus knallig farbigen und gedrehten Cellidorstreifen auf 5.000 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Für die drei, um 1967 erdachten Sitzelemente „Safari“ von Archizoom Associati, die sich etwa zu einer vielblättrigen Blüte zusammenstellen lassen, wurde mit 7.400 Euro ein angemessener Preis bewilligt. Teuerstes Stück der Jüngsten wurde Zaha Hadids rotes Berg-und-Tal-Sofa „Moraine“ von 2000 bei 15.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Aus der Murano-Offerte pickten sich die Bieter Alessandro Mendinis gewellte Vase „Arado“ in bunten Längsstreifen von 1987/88 für 6.200 Euro und Ettore Sottsass’ zylindrische und zweifarbige Doppelvase „Marito e Moglie“ in Braun und Rot auf einem Marmorblock von 2003 für 6.000 Euro heraus (Taxen zwischen 5.500 und 7.000 EUR), ließen aber Tomaso Buzzis Highlight, die frühe opake Vase „incamiciato“ in Balusterform aus den 1930er Jahren, bei 25.000 bis 28.000 Euro stehen.

Von den beiden Privatsammlungen, die Quittenbaum in Sonderkatalogen vorgestellt hat, erwiesen sich die Eierschalenporzellane der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg mit 37 Prozent Zuschlagsquote als ein gewisses Überangebot. Die beiden Spitzenstücke für jeweils 25.000 bis 30.000 Euro fanden keinen Abnehmer. Mit 12.000 Euro platzierte sich dann eine gedrungene Vase, auf die Samuel Schellink 1902 Spinnen mit ihren Netzten zwischen Fliederzeigen gemalt hatte, an der erster Position. Ihr folgte seine gleichaltrige Kanne mit dem Hauptmotiv einer erblühten Lilie oder Tulpe bei 10.000 Euro (Taxen zwischen 10.000 und 14.000 EUR).

Von den kleinen Gläsern aus der Manufaktur Daum Frères der Sammlung Eva Homberg fand rund die Hälfte ein neues Zuhause. Damit schnitt dieser Auktionsteil von der losbezogenen Zuschlagsquote her am besten ab. Spitzenreiter wurde hier die pilzförmige Tischlampe „Paysage mauve“ von 1907 mit dem Dekor einer Birkenlandschaft zur Morgenröte für taxgerechte 6.400 Euro, gefolgt von der Vase „Pluviose“ aus der Jahrhundertwende mit einer regnerischen Herbstlandschaft für 5.200 Euro (Taxe 3.600 bis 4.000 EUR). Fast gänzlich abgewiesen wurden dagegen die Gefäße des „Delftzyklus“, bei dem Daum Frères 1899 altniederländische Landschaften in untypischem Schwarz-Weiß verwendete.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de

Startseite: www.quittenbaum.de



12.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 2.200 - 3.000 EURO

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Ettore Sottsass,  Probestückvase „Marito e Moglie“, 2003

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Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

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Taxe: 3.600 - 4.000 EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

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Eckart Muthesius,  Roter Sessel, 1931

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Hans Christiansen,  Blütenvase, 1901

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Peter Behrens, Sechs Champagnerschalen, 1902

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Zuschlag: 5.800,- EURO

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Zaha Hadid,  Sofa „Moraine“, 2000

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Taxe: 18.000 - 22.000 EURO

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Max Laeuger,  Vase Goldmosaik, um 1906

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Taxe: 18.000 - 22.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

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Wilhelmus Petrus Hartgring,  Vase, 1906

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