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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst der Zeichnung bei Christie’s in New York

Innige Strickanleitung



Jean-François Millet,  Die Strickübung

Jean-François Millet, Die Strickübung

Lieben Sie Jean-François Millet? Dann müssen Sie sich in dieser Woche sputen. Denn wenn Christie’s morgen dessen Ölgemälde einer jungen schlafenden Näherin von 1844/45 in London für 300.000 bis 500.000 Pfund aufruft, wartet in New York schon ein weiteres kapitales Werk des französischen Realisten auf Kundschaft. Am 24. Januar versteigert Christie’s innerhalb seiner Auktion „Old Master an 19th Century Drawings“ Millets „Strickstunde“. Millet schildert hier in Anlehnung an die alten niederländischen Meister den Unterricht einer Mutter im Stricken, den sie ihrer kleinen Tochter erteilt. Die intime Szene, in der sich Mutter und Kind zu einer skulpturalen Einheit verbinden, spielt in einem bescheidenen Ambiente. Das Zimmer, in das durch ein Fenster von links Licht hereinfällt, ist karg ausgestattet. Auch die Kleidung der beiden weist auf ihre einfachen Lebensumstände hin. Mit ausradierten und verwischten Techniken erzeugt Millet die geschlossene, innige und ruhige Atmosphäre. Man möchte der Zeichnung gar nicht zu nahe treten, um nicht die Einmütigkeit der beiden Personen zu stören. Christie’s erwartet nun 400.000 bis 600.000 Dollar für dieses ausgezeichnete Blatt.


Damit ist die Preisspitze der Versteigerung erreicht. Keine andere Zeichnung möchte mehr Geld auf sich vereinigen, nicht einmal Rembrandts sitzender Mann. Dafür ist der arbeitende Geselle wohl vom Beginn der 1650er Jahre auch zu klein und flüchtig aufs Papier gebracht. 150.000 bis 200.000 Dollar stehen hier auf dem Preisschild. Aber damit haben die Niederländer ihr Potential noch nicht vollständig ausgespielt. Nicolaes Berchem, bekannt für anmutige Pastorellen in italienischem Flair, schuf um etwa 1657/59 eine solche mit Feder und grauer Tusche, die ärmliche Bauern mit ihrem Vieh beim Durchqueren eines Baches zeigt (Taxe 15.000 bis 20.000 USD). Auch Hendrick Verschuring siedelt seine menschenreiche Marktszene bei einer Kirche, datiert auf 1666, lieber in südlichen Gefilden an. Weilte er doch von 1646 bis 1654 in Italien und ließ sich auch nach seiner Rückkehr von der dortigen Welt inspirieren (Taxe 4.000 bis 6.000 USD).

Typischer für die Niederlande ist da schon Hendrick Avercamps farbig aquarellierte Tuschezeichnung eines Fischer beim Flicken seiner Netze (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Jan van Huysum bevorzugt das Blumenstillleben, hier in Form eines gewundenen Bouquets in einer Terrakottavase (Taxe 25.000 bis 35.000 USD), Hans Bol die heimische Landschaft mit einem Blick von einem baumbestandenen Weg auf eine Stadt in der Senke (Taxe 10.000 bis 15.000 USD), Jacob Matham die Mythologie mit einer Venus samt Amor (Taxe 12.000 bis 18.000 USD) und Herman van Swanevelt die unberührte Natur an einem Fluss oder Teich, der mit Bäumen und Buschwerk reich gesäumt ist (Taxe 6.000 bis 8.000 USD).

Die größte Ländergruppe stellen mit rund 70 Losnummern die Italiener, beginnend mit dem seligen Pietro degli Onesti, den jemand fein säuberlich nach einer sacra conversazione von Ercole de’ Roberti in der Mailänder Brera abgepinselt hat (Taxe 7.000 bis 9.000 USD). Die Renaissance ist nicht so reich bestückt, etwa durch eine Vorlage für einen Gobelin mit dem Kopf einer jungen Frau, die im Umfeld Raffaels lokalisiert wird (Taxe 20.000 bis 30.000 USD), der Bearock umso mehr. Venedig fährt eine in Öl und Kreide gearbeitete Studie zu einer Anbetung der Hirten von Domenico Robusti, genannt Tintoretto, für 40.000 bis 60.000 Dollar auf, die Bologneser Schule Giulio Cesare Procaccinis Blatt mit mehreren Menschen- und Heiligenstudien (Taxe 30.000 bis 40.000 USD) oder das fein in Rötel gezeichnete Bildnis einer Dame im Profil von Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino, für 60.000 bis 80.000 Dollar.

Eine ganze Suite stellen Giovanni Battista Tiepolo und seine Familie auf die Beine. Vom Vater gibt es etwa eine locker angelegte Studie mit einer auf Wolken thronenden Madonna, die die Huldigungen des heiligen Antonius und eines Abtes entgegennimmt (Taxe 80.000 bis 120.000 USD), oder die Skizze einer Figur mit Fackelschale in der Hand für ein Deckengemälde (Taxe 7.000 bis 10.000 USD), von Giovanni Domenico Tiepolo ein herrenloses Pferd, das auf ein Stadttor zureitet (Taxe 30.000 bis 40.000 USD), oder die beiden lavierten Federzeichnungen mit verschiedenen Motiven zu Herkules und Antaeus, von denen Giandomenico mindestens 38 ausführte (Taxen zwischen 20.000 und 35.000 USD). Tiepolos venezianischer Kollege mit einer noch etwas antiquierteren Bildauffassung war Francesco Fontebasso, der ein heidnisches Opfer effektvoll in Szene setzt (Taxe 30.000 bis 50.000 USD).

In den Klassizismus weist schon Felice Giani mit der Bearbeitung eines Stoffes von Flavius Josephus. Dramatisch wählt Giani den Zeitpunkt aus, in dem der kleine Moses von einem Schriftgelehrten erdolcht werden soll, weil er die Krone des Pharao zu Boden geworfen hat. Nur der ausgestreckte Arm des Pharao verhindert die Tat (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). Dann offeriert der Katalog noch einige Halbitaliener, etwa den 1605 in Florenz verstorbenen Jan van der Straet, der auch Stradanus gerufen wurde. Er porträtierte gerne Pferde in allen möglichen Schrittvarianten, die dann Hendrick Goltzius stach (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). Jusepe de Ribera wanderte von Spanien ins Königreich Neapel ein und bringt zur Auktion eine Frau mit zwei Kindern samt Küchenutensilien mit (Taxe 50.000 bis 70.000 USD). Als zweiter Spanier bereichert Bartolomé Esteban Murillo die Offerte mit einer lieblichen „Heiligen Familie“ (Taxe 30.000 bis 50.000 USD).

Millet muss auf französischer Seite nicht alleine bleiben. Einen preislich würdigen Vorläufer hat er in François Boucher. Allerdings sind die Sujets weit von einander entfernt. Denn Bouchers sitzender, weiblicher Akt steht für den verzärtelten Rokoko und die dekadente Galanterie des Ancien Régime (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Inhaltlich kommt Millet schon Louis-Léopold Boilly näher. Auf großem Format setzte er keiner Schönheit, sondern einer Dienstmagd beim Mahlen der Kaffeebohnen ein Denkmal (Taxe 60.000 bis 80.000 USD). 1788 verewigte Jean-Baptiste Hilair noch ein gekröntes Haupt, nämlich den Sultan Abd-ul Hamind I. in einer Mischung aus westlichen und osmanischen Traditionen als Aquarell (Taxe 150.000 bis 200.000 USD).

Bunt wird es auch bei dem Schweizer Abraham Louis Rodolphe Ducros, der eine Schiffswerft im Mondschein beinahe surreal mit Reigen tanzenden jungen Frauen, vorbeimarschierenden Soldaten und Gebäudefluchten à la Piranesi anreichert (Taxe 60.000 bis 80.000 USD). Am Ende des Katalog tummeln sich dann noch einige Künstler aus dem deutschsprachigen Raum, wie Johan Christian Dahl mit einer Federzeichnung von Jens Stephan Heger in einem Atelier (Taxe 12.000 bis 18.000 USD) oder Karl Friedrich Schinkel mit dem aquarellierten Panoramablick auf Hofgastein und die Salzburger Alpen (Taxe 50.000 bis 70.000 USD).

Die Auktion beginnt am 24. Januar um 11 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.christies.com einsehbar.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-NY 10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com

Startseite: www.christies.com



22.01.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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