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Am 08.12.2022 Auktion 144: Moderne und Zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

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Geist I / Ulla von Brandenburg

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne Kunst bei Jeschke & Co. in Berlin

Kinderszenen



Bei der Versteigerung Moderner Kunst und Künstlergrafik bei Jeschke, Hauff, van Vliet in Berlin standen zunächst etwas über hundert herausgehobene Werke auf dem Programm, bei denen sich das Auktionshaus Hoffnungen auf gute Erlöse machte. Sie wurden durchaus nicht enttäuscht, knapp 58 Prozent dieses Auktionsteils nahmen die Kunden mit nach Hause. Bei den anderen über vierhundert Arbeiten, die mit drei- oder höchstens niedrigen vierstelligen Taxen bedacht waren, lief es allerdings nicht so günstig. Bei lediglich knapp 38 Prozent schlug der Hammer aufs Pult. Insgesamt ergibt sich damit das eher magere Gesamtergebnis von gut 41 Prozent. Einer der Spitzenreiter der Auktion war das im Vorfeld mit einer Taxe von 50.000 Euro an Nummer zwei platzierte Ölgemälde „Chambre a Maman, le Matin“, das um 1907 von dem in Moskau geborenen, aber schon 1896 endgültig nach Paris gezogenen Künstler Nicolas Tarkhoff geschaffen wurde. Der französische Einfluss äußert sich sichtbar in der an Edgar Degas, Auguste Renoir und Paul Cézanne geschulten unnatürlichen Buntfarbigkeit, mit der die genrehafte Augenblicksszene einer liebevollen Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern wiedergegeben ist. 55.000 Euro ließ es sich ein Sammler kosten.



Der Favorit der Auktion vom 19. Mai war Marino Marinis vergeistigter Kopf „Immagine“, 1955 als Bronzeplastik geschaffen und in den 1980er Jahren mehrfach in wichtigen Ausstellungen zu sehen. Allerdings war niemand bereit, für die Skulptur 150.000 Euro auszugeben. Überhaupt kamen die sogenannten Klassiker bei dieser Auktion eher schlecht an. Weder Mosè Bianchis impressionistische Schafherde noch Anto Cartes schwermütige, expressionistisch raumlos ins Bild gestellte Musiker von 1920 wussten sich zu verkaufen (Taxe je 28.000 EUR). Wenigstens konnte der dritte Italiener, Claudio Parmiggiani, mit seiner Gemälde-Skulptur „L’âme silencieuse“ von 1981 punkten und einem Bieter 26.000 Euro entlocken (Taxe 15.000 EUR). Nur 14.000 Euro statt erwarteter 26.000 Euro spielte die ausdrucksstarke Zeichnung „Montserrat criant“ von Julio González ein, die sicher auch eine Reaktion auf die Kriegszeit 1941 darstellt.

Das Publikum interessierte sich offenbar mehr für die abstrakte Malerei. So avancierte überraschend die kubistisch motivierte Farbflächenkomposition „Dynamique des couleurs“ der in Russland geborenen und später in Frankreich tätigen Künstlerin Alexandra Exter mit einem Erlös von 62.000 Euro zum Spitzenlos der Auktion (Taxe 35.000 EUR). Für 28.000 Euro wanderte eine Gouache mit überschnittenen Schneckenmotiven in Rot, Gelb und Blau des Amerikaners Alexander Calder aus dem Jahr 1970 zu unerwartet hohem Preis in eine neue Sammlung (Taxe 16.000 EUR). Das kleine Aquarell kosmischer Schwingungen „Rythme“ um 1922/25 des frühen Abstrakten František Kupka wurde schon bei 10.000 Euro übernommen (Taxe 12.000 EUR). Dafür verbesserte sich die tektonisch in grauen und beigen Tönen steil geschichtete Ansicht des italienischen Hafenstädtchens „Positano“ aus dem Jahr 1924 des Niederländers Adriaan Lubbers von 4.000 Euro auf 9.000 Euro.

Wenigstens noch 15.000 Euro, wenngleich damit 5.000 Euro unterhalb der Erwartungen, erbrachte George Condos gemaltes Brustbild von 1986, auf dem anstelle des Kopfes allerdings surrealistisch die Verbildlichung der Vorgänge seines Inneren erscheint. Die gleiche Preisentwicklung nahm Jörg Immendorffs unbetitelte Ölmalerei von 1985, die subtil in traumartigen Sequenzen die Anfälligkeit der modernen Gesellschaft aufzeigt. „Meine Zeitmaschine“, ein großformatiges, psychedelisch inspiriertes Ölbild des 1971 jung durch eigene Hand umgekommenen und zu unrecht vergessenen Uwe Lausen von 1968, steigerte sich von 8.000 Euro auf 15.500 Euro.

Nach Tarkhoff kam noch der eine Generation jüngere Pavel Tchelitchew, der ebenfalls in Moskau geboren wurde und als junger Mann nach Paris ging, an die Reihe. In Frankreich war er auch als Kostümbildner tätig, was die unbetitelte Zeichnung eines stehenden Mannes in Renaissancetracht mit Barett von 1930 erklärt. Auf 7.000 Euro angesetzt, katapultierten die Bieter den großformatigen Karton auf 27.000 Euro. Wenig Anklang fanden die der informellen Malerei verhafteten Gemälde. Künstlerische Parallelen über die geografischen Grenzen hinweg schien es zwischen dem in Westfalen wirkenden Hans-Jürgen Schlieker und dem Amerikaner Stanley Boxer gegeben zu haben, wie zwei Leinwände von 1989 respektive 1981 vermuten lassen. Aber keines der Gemälde konnte das Auktionshaus abstoßen (Taxe je 12.000 EUR). Erst Andy Warhol ließ mit seinem Farbsiebdruck „Four dollar signs“ von 1982 die Herzen höher schlagen und forderte zu 32.000 Euro heraus (Taxe 17.000 EUR). Bei den anschließend an den ersten Teil versteigerten Arbeiten mit geringerem Schätzpreis setzte sich Václav Boštík mit seiner Leinwand schemenhafte „Nébuleuse“ von 1986/88 für ungeahnte 10.000 Euro an die Spitze (Taxe 1.200 EUR). Auch zwei weitere Pastelle des Künstlers fanden guten Absatz.

Alle Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Jeschke van Vliet Auctions GmbH

Potsdamer Straße 16

DE-14163 Berlin

Telefax:+49 (030) 22 66 77 01 99

Telefon:+49 (030) 22 66 77 00

E-Mail: info@jvv-berlin.de

Startseite: www.jvv-berlin.de



03.07.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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