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Am 29.06.2022 Auktion 405: Sommerauktion

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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© Kunstmarkt Media


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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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Ernst Ludwig Kirchner, Selbstbildnis mit Pfeife, 1907

Ernst Ludwig Kirchner, Selbstbildnis mit Pfeife, 1907

Ältestes Kirchner-Selbstporträt bei Sotheby’s

Sotheby’s versteigert in London das älteste bekannte Selbstporträt Ernst Ludwig Kirchners. Das Gemälde aus dem Jahr 1907, das mit seiner sprühenden Farbigkeit und dem dicken Pinselduktus exemplarisch für die frühe Malweise des deutschen Expressionisten steht, kommt am 29. Juni unter den Hammer. Zuletzt war das bewegte „Selbstbildnis mit Pfeife“ im sommerlichen Garten 1981 auf dem Kunstmarkt zu haben, heute soll das erste der nur 25 Selbstbildnisse des Künstlers 8 bis 12 Millionen Pfund einspielen. Die kleine, rund 50 auf 40 Zentimeter messende Leinwand demonstriert die frühe Verbundenheit Kirchners mit der Kunst von Vincent van Gogh. 1905 formierte Kirchner gemeinsam mit seinen Studentenkollegen Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden die Künstlergruppe Brücke. Die Maler einte der Wunsch nach einer ursprünglichen, farbenfroh-abstrahierenden und ausdrucksstarken Formensprache. Von ihrem geistigen Urvater Vincent van Gogh waren im Gründungsjahr in Dresden 50 Gemälde in einer Ausstellung zu sehen. Die Werke hinterließen einen derart tiefen Eindruck bei den jungen Künstlern, dass Emil Nolde, als er 1907 die Gruppe im Streit verließ, ausrief: „Ihr solltet euch nicht Brücke, sondern van Goghiana nennen.“



Zu den weiteren Highlight der Londoner „Modern & Contemporary Evening Auction“ zählen untern anderem eine flirrende Ansicht des kleinen Dorfes Vétheuil an der Seine von Claude Monet. Die pittoreske Sommerlandschaft aus dem Jahr 1880 ist auf 10 bis 15 Millionen Pfund angesetzt und dürfte damit andere impressionistischen Arbeiten wie etwa Pierre-Auguste Renoirs frühlingshafte Stadtvedute „Place de la Trinité“ (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP) und Camille Pissarros „Vue de Bazincourt, inondation, soleil couchant“ weit überflügeln (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Als Bildhauer beteiligt sich Rembrandt Bugatti mit dem 76 Zentimeter langen bronzenen „Éléphant d’Asie (mendiant)“ an der Auktion. Die 1908 entworfene Skulptur des äußerst lebensnah und neugierig-verspielt wirkenden Dickhäuters könnte bei einer Taxe von 900.000 bis 1,2 Millionen Pfund durchaus in den sechsstelligen Bereich vordringen. Einzig vier weitere Güsse des Werkes existieren.

Dass August Strindberg nicht nur Schriftsteller, sondern auch progressiver Maler war, beweist seine Leinwand „Welle V“ von 1901. Die pastose raumauflösende Malerei nimmt Tendenzen der Abstraktion vorweg, die erst Jahre später einsetzen sollten (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Auch deutsche Künstler haben sich prominent unter die Auktionsteilnehmer gemischt, allen voran Gerhard Richter, der die fotorealistisch verschwommene „Wolkenstudie“ von 1970 aus der Werkgruppe der „Wolkenbilder“ für 6 bis 8 Millionen Pfund zur Verfügung stellt. Darum gruppieren sich mit dem „Kleinen See Hafen“ von 1937 ab 850.000 Pfund aufwärts und der „Vogelkomoedie“ von 1919 für 600.000 bis 800.000 Pfund zwei träumerische Nachtvisionen von Paul Klee, genauso wie Andreas Gurskys am Computer komponierte Fotografie „Chicago, Board of Trade III“ für mindestens 800.000 Pfund oder zum gleichen Pries die auf dem Kopf stehenden „2 Pappeln“ von Georg Baselitz aus dem Jahr 1975. Teuerste Werk soll bei 12 bis 18 Millionen Pfund Andy Warhols spätes „Self Portrait“ von 1986 mit wilder Perücke in schwacher Fliederfarbe werden.


24.06.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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Taring Padi

Das Künstlerkollektiv Taring Padi übernimmt Verantwortung für sein heftig kritisiertes Kunstwerk auf der Documenta

Documenta-Eklat: Taring Padi entschuldigt sich

Das Künstlerkollektiv Taring Padi hat für sein antisemitisch eingestuftes Kunstwerk auf der Documenta in Kassel um Verzeihung gebeten. In einer heute veröffentlichen Stellungnahme der indonesischen Künstlergruppe heißt es: „Wir bedauern zutiefst, in welchem Ausmaß die Bildsprache unserer Arbeit ‚People’s Justice‘ so viele Menschen beleidigt hat. Wir entschuldigen uns bei allen Zuschauer*innen und Mitarbeiter*innen der documenta fifteen, der Öffentlichkeit in Deutschland und insbesondere der jüdischen Gemeinde. Wir haben aus unserem Fehler gelernt und erkennen jetzt, dass unsere Bildsprache im historischen Kontext Deutschlands eine spezifische Bedeutung bekommen hat. Daher haben wir das Banner zusammen mit der documenta fifteen entfernt.“



Taring Padi zeigte sich schockiert und traurig über die mediale Berichterstattung und die darin erhobenen Vorwürfe des Antisemitismus und verurteilte zugleich Rassismus jeglicher Art. „Mit Nachdruck möchten wir unseren Respekt für alle Menschen bekräftigen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Race, Religion, Gender oder ihrer Sexualität.“ Das mit zahlreichen Figuren übersäte Großbanner, auf dem unter anderem ein Soldat des Geheimdienstes Mossad mit Schweinsnase und ein durch seine Schläfenlocken als orthodoxer Jude ausgewiesener Mann mit SS-Runen auf dem schwarzen Hut zu sehen war, wurde nach heftiger Kritik aus der Kunstszene und der Politik am Montag zunächst verhängt und am Dienstag dieser Woche dann abgebaut.

Auch zum Inhalt des acht mal zwölf Meter großen Banners „People’s Justice“, das 2002 in Yogyakarta von zahlreichen Mitgliedern des Kollektivs gemeinsam erstellt wurde, äußerte sich Taring Padi jetzt: „Das Bild entstand vor dem Hintergrund der schwierigen Lebensbedingungen, die wir unter einer Militärdiktatur erfahren hatten, in der Gewalt, Ausbeutung und Zensur an der Tagesordnung waren. Wie viele unsere Kunstwerke versucht das Banner, die komplexen Machtverhältnisse aufzudecken, die hinter diesen Ungerechtigkeiten stehen. Insbesondere geht es um den Massenmord an mehr als 500.000 Menschen in Indonesien im Jahr 1965, der bis heute nicht aufgearbeitet wurde.“ Dabei gehen die Künstler auf das Militärregime Suhartos und dessen teils enge Verbindungen zu westlichen Demokratien ein. Die verwendete Bildsprache sei jedoch nie aus Hass gegen eine bestimmte ethnische oder religiöse Gruppe entstanden, sondern als Kritik an Militarismus und staatlicher Gewalt gedacht. „Wir bedauern, dass wir eine mögliche Beteiligung der Regierung des Staates Israel so völlig unangemessen dargestellt haben – und entschuldigen uns aufrichtig dafür. Antisemitismus hat weder in unseren Gefühlen noch in unseren Gedanken einen Platz.“

Schon einen Tag zuvor hatte sich das Kuratorenteam der Documenta, das indonesische Kollektiv Ruangrupa, öffentlich entschuldigt: „Wir haben alle darin versagt, in dem Werk die antisemitischen Figuren zu entdecken. Es ist unser Fehler. Wir entschuldigen uns für die Enttäuschung, Schmach, Frustration, den Verrat und Schock, die wir bei den Betrachtern ausgelöst haben. … Wie wir jetzt vollständig wissen, knüpfen diese Bilder nahtlos an die schrecklichste Episode der deutschen Geschichte an, in der jüdische Menschen in beispiellosem Ausmaß angegriffen und ermordet wurden. Es ist ein Schock, nicht nur, aber insbesondere für die jüdische Gemeinde in Kassel und in ganz Deutschland, die wir als unsere Verbündeten betrachten und die immer noch unter dem Trauma der Vergangenheit und der anhaltenden Diskriminierung, den Vorurteilen und der Ausgrenzung leben“, nahm Ruangrupa zu dem Werk und der eigenen Kuratorentätigkeit Stellung.


24.06.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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in der Ausstellung „Ugo Rondinone. Life Time“

in der Ausstellung „Ugo Rondinone. Life Time“

Ugo Rondinone in der Schirn

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn präsentiert die erste große Überblicksschau zu Ugo Rondinone in Deutschland. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen und Videoarbeiten aus allen Schaffensphasen des 1964 geborenen Schweizers. In seinen Werken verleiht Rondinone alltäglichen Dingen und Phänomenen eine poetische Dimension. Ein Baum, eine Uhr, die Sonne oder ein Regenbogen – mittels Wiederholung, Isolation oder Reduktion setzt er sie in seinen charakteristischen, stets minimalistisch bespielten Räumen in einen neuen Kontext und schafft atmosphärische Stimmungsbilder, etwa in seinen Sternbilder, von denen „erstermärzzweitausendundneun“ aus dem Jahr 2009 in Frankfurt zu sehen ist. Darin gibt der Künstler einen Ausschnitt des nächtlichen Sternenhimmels mit malerischen Mitteln wieder. Gemeinsam mit Kurator Matthias Ulrich gruppierte Rondinone rund 80 Kunstwerke in der Schrin. Speziell für die Ausstellung entstanden unter anderem Tausende von Kindern gezeichnete Mondbilder, die unter dem Titel „your age and my age and the age of the moon“ präsentiert werden – eine künstlerische Meditation über das Universum.



Die Retrospektive, die in Frankfurt an diesem Wochenende unter dem Titel „Life Time“ eröffnet, verbindet wesentliche Themen, die Ugo Rondinones Werk seit 30 Jahren prägen: Zeit und Vergänglichkeit, Tag und Nacht, Realität und Fiktion, Natur und Kultur. Immer wieder greift Rondinone in seinen Arbeiten auf die Ikonografie der Romantik zurück und webt sie ein in ein dichtes Geflecht aus Kunstgeschichte, Literatur und Popkultur. Er entwirft Kunstwerke, in denen Raum und Zeit im individuellen Rhythmus des Wahrnehmens verschwinden und die Betrachterinnen und Betrachter selbst Teil der Installationen werden. Eine Arbeit, die sich mit dem Prinzip der Zeit auseinandersetzt, ist in der jeder Zeit öffentlich zugänglichen Rotunde der Schirn zu sehen. Die sechs Meter hohe Skulptur „flower moon“ von 2011, ein weiß emaillierter Aluminiumabdruck eines 2000 Jahre alten Olivenbaumes, bestimmt die zylindrische Architektur des Ortes und ist Ausdruck eines überdimensionalen Zeitraums sowie einer Erinnerung, die im Kontext des Universums unbedeutend gering erscheint.

Im inneren Rundgang der Rotunde befinden sich unzählige Mondbilder, die Kinder im Auftrag des Künstlers auf schwarzes Papier gemalt haben. Mit dem Titel der Installation „your age and my age and the age of the moon“ spielt Rondinone auf eine demütige Haltung des Menschen gegenüber dem Milliarden Jahre alten Universum an und reflektiert den Mond als Projektionsfläche von Träumen, wie dies bereits in der deutschen Romantik geschah. An der gegenüberliegenden, nach außen gerichteten Verglasung des Rotundenumgangs haftet eine mit weißer Farbe gemalte Ziegelsteinwand. Die Arbeit „bright shiny morning“ von 2010 lässt nur durch die durchsichtigen Fugen Licht ein, unterbricht den für die Rotunde charakteristischen Aus- respektive Einblick und berührt so das Verhältnis von Innen und Außen.

Die Ausstellung „Ugo Rondinone. Life Time“ läuft vom 24. Juni bis zum 18. September. Die Schirn Kunsthalle hat dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder unter zwölf Jahren ist er frei. Begleitend erscheint ein Katalog im Snoeck Verlag, der im Museum für 35 Euro, im Handel für 39,80 zu haben ist.

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
D-60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 – 29 98 820


24.06.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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