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Das Rheinland ehrt den bedeutenden Glasmaler Hubert Spierling zu seinem 85sten Geburtstag mit Ausstellungen und einer Publikation

Meister ästhetischer Balanceakte

Hubert Spierling, Drei Fenster der Nordkonche von St. Cyriakus in Krefeld-Hüls, 2009

Glasmalerei – das bedeutet wahrlich keine leichte, schnelle Kost. Handwerkliches Können, Beherrschung spezieller Techniken, sicherer Blick, Gespür für Farbe, Raumwirkung und Licht sind neben ausgeprägter Schöpferkraft unabdingbare Voraussetzungen. Berichte mittelalterlicher Kathedralbauten erwähnen den Zusammenbruch großer Fenster, weil das Gewicht der Bleistege falsch berechnet wurde. So ...mehr

02.09.2010

Zum Tod von Christoph Schlingensief

Irgendwo zwischen den Sternen kann ich nichts tun

Christoph Schlingensief

Der Nachhall auf den frühen Tod von Christoph Schlingensief am vergangenen Samstag ist groß, so groß wie bei fast keinem anderen deutschen Künstler in jüngerer Vergangenheit. Freunde und Weggefährten waren bestürzt vom Krebstod des 49jähringen Regisseurs, Filmemachers und Aktionskünstlers und würdigten ihn als herausragende und einflussreiche Gestalt der Kulturszene Deutschlands. Klaus Staeck, Präsident der Berliner Akademie der Künste, die vor kurzem sein Archiv übernommen hat, sieht in ihm einen Künstler „von ungeheurer Sprengkraft, künstlerisch wie politisch“. … „In allen seinen Arbeiten, angefangen von den ersten filmischen Versuchen bis hin zu seinen großartigen Operninszenierungen ging es ihm um die Auslotung des Verhältnisses von Politik, Kunst und Gesellschaft“, schrieb Staeck in seinem Nachruf. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sprach von einem der „vielseitigsten und innovativsten Künstler, der die deutschsprachige Film- und Theaterwelt stark beeinflusste“, und die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinik, deren Stück „Bambiland“ 2003 am Wiener Burgtheater in der Inszenierung von Christoph Schlingensief uraufgeführt wurde, gar von „einem der größten Künstler, der je gelebt hat“. ...mehr

23.08.2010

Großmeister der Renaissance: Gestern jährte sich zum 500. Mal der Todestag von Sandro Botticelli

Ein Maler zwischen Ausbruch und Anpassung

Sandro Botticelli, Weibliches Idealbildnis (Bildnis der Simonetta Vespucci als Nymphe)

Geboren wurde Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi im Jahr 1444 oder 1445 als Sohn eines Gerbers in Florenz. Das genaue Datum ist unbekannt. Offenbar hielt es niemand für notwendig, diesen Tag schriftlich festzuhalten. Rund 65 Jahre später, am 17. Mai 1510, als er längst unter dem Namen Sandro Botticelli berühmt geworden war, starb der Maler. Sein 500. Todestag ist daher für eine Würdigung seines Werkes das geeignete Datum. Über Botticellis Leben ist relativ wenig bekannt. Es gibt weder Briefe noch Tagebuchaufzeichnungen. Und die Biografie, die Giorgio Vasari, der Biograf vieler Renaissancekünstler, 40 Jahre nach seinem Tod niederschrieb, gilt aus heutiger wissenschaftlicher Sicht als weitgehend kolportagehaft. Man weiß nur, dass Botticelli Zeit seines Lebens unverheiratet blieb und wohl auch keine Nachkommen hinterlassen hat. Gelegentlich wird in der Literatur vermutet, er sei homosexuell gewesen. Bewiesen ist auch das nicht. Was also von ihm bleibt, das sind seine Bilder – und die faszinieren bis heute ein breites Publikum. Rund 367.000 Besucher strömten in die im Februar zu Ende gegangene Botticelli-Ausstellung im Frankfurter Städel Museum. Für das Haus ein neuer Besucherrekord. ...mehr

Zum Tod des großen Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard

Zeitlos im Auge des Sturms

Balthasar Burkhard, Kumano Yin and Yan Fall, 2005

Fragt man junge Fotografen nach ihrem Studio, so zucken sie oft nur verdutzt mit den Achseln. Atelier? Dunkelkammer? Negative? Von wegen! Alles ist digitalisiert und auf dem Laptop abgespeichert. Das ganze Werk auf einer Festplatte archiviert, jederzeit abrufbar mit ein paar Mausclicks. Beim am vergangenen Freitag im Alter von 65 Jahren in Bern verstorbenen Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard war das alles ganz anders. Hier wurde noch von Hand gearbeitet. Aus analogen Großnegativen entstanden in der Dunkelkammer klassische Schwarzweißabzüge auf hochwertigem Barytpapier. Bilder von beeindruckender Größe und Prägnanz. Eigentlich ganz beruhigend, dass es im Zeitalter von Photoshop, Megapixeln und Laserprintern in der beschaulichen Schweizer Bundeshauptstadt Bern noch Leute wie Balthasar Burkhard gab. ...mehr

Paul Bonatz’ Erstlingswerk, die Sektkellerei Henkell in Wiesbaden, wird 100 Jahre alt

Edle Hallen auf Henkellsfeld

Paul Bonatz, Sektkellerei Henkell in Wiesbaden-Biebrich, 1907-1909

Der Architekt Paul Bonatz gehört in die erste Reihe maßgeblicher deutscher Baumeister des frühen 20sten Jahrhunderts. Lange wurde dies von Rezensenten und Museumsleuten ignoriert. Erst der geplante Abriss von Flügeln des Stuttgarter Hauptbahnhofes, seinem wohl bekanntesten Bauwerk aus den Jahren 1914 bis 1928, führte ihn wieder ins Rampenlicht. In dessen Folge gedachte man in Wiesbaden nun im Rahmen einer Feier der Vollendung seines Erstlingswerkes. Vor 100 Jahren, am 27. November 1909, nahm die Sektkellerei Henkell ihren neuen Firmensitz in Betrieb. Die geniale Architektur entfachte einen furiosen Karrierestart. Neben dem Kurhaus von Friedrich von Thiersch markiert Bonatz’ Sektkellerei in der Gründerzeitstadt bis heute das architektonische Highlight. ...mehr




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