Der Architekt Paul Bonatz gehört in die erste Reihe maßgeblicher deutscher Baumeister des frühen 20sten Jahrhunderts. Lange wurde dies von Rezensenten und Museumsleuten ignoriert. Erst der geplante Abriss von Flügeln des Stuttgarter Hauptbahnhofes, seinem wohl bekanntesten Bauwerk aus den Jahren 1914 bis 1928, führte ihn ...mehr
Auf Michael Conrads Gemälden verdichten sich unterschiedliche Elemente zu einem vom Betrachter nur schwer zu durchdringenden geometrischen System aus Rauten, Dreiecken, Treppenstrukturen, vertikal emporragenden, rechteckigen Blöcken, Ebenen und Streifenmustern. Gestische Momente wiederum, etwa in Form vertikal herablaufender Farbschlieren, konterkarieren das sorgfältig Konstruierte. Es sind Blicke ins Innere sich langsam auflösender Ordnungssysteme. Conrads gelingt es, durch illusionistische Malverfahren eine Tiefe des dargestellten Raumes entstehen zu lassen, die seine Bilder fast zu dreidimensionalen Körpern formt. Lässt sich der Betrachter erst einmal aufs Schauen und Hindurchschauen ein, so entdeckt er immer wieder neue Bildebenen, ein Davor und Dahinter, sich auftürmende Quader und tief nach unten stürzende, schluchtartige Zonen. Kaum etwas an diesen labyrinthischen Bildern ist bloße Oberfläche, alles ist offenbar in Bewegung und durchdringt sich bis hinab in dunkle, schlammige und geheimnisvolle Abgründe. ...mehr
„Shulman, endlich mal ein Foto von einem, der verstanden hat, was ich aussagen will“ – der begeisterte Ausruf Frank Lloyd Wrights galt einem, der in der Architekturfotografie alles erreicht hat. Jetzt starb der legendäre kalifornische Fotograf Julius Shulman, der mit seinen Bildern weltweit die Vorstellung vom amerikanischen Modernismus prägte, im Alter von 98 Jahren. ...mehr
Kunst als Kommentar zur Zeit: Die Hamburger Konzeptkünstlerin und Komponistin Hanne Darboven ist am 9. März 2009 im Alter von 67 Jahren verstorben
Ihr Werk ist sperrig und faszinierend zugleich. Hanne Darboven, eine der bedeutendsten internationalen Gegenwartskünstlerinnen, ist, wie die Düsseldorfer Galerie Konrad Fischer jetzt bestätigte, am vergangenen Montagabend im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit in ihrem Haus in Hamburg-Harburg verstorben. 1941 wurde Hanne Darboven als mittlere von drei Töchtern einer bekannten Hamburger Unternehmerfamilie geboren. Aufgewachsen ist sie im südlich der Elbe gelegenen Stadtteil Rönneburg. Zunächst wollte sie Pianistin werden. Sie entschied sich dann aber doch für die Bildende Kunst. ...mehr
Ins rechte Licht getaucht: Der Lichtkünstler Mischa Kuball setzt mit seiner Installation „Pacemaker“ starke Akzente auf dem Gelände der Stadtwerke Düsseldorf
Fabriken, Schrottplätze, Autowerkstätten – so richtig schick ist Düsseldorf woanders. Der zentrumsnahe Stadtteil Flingern-Süd galt lange Zeit als benachteiligt. Hier wohnten einfache Leute, Arbeiter und kleine Angestellte. Sie arbeiteten in kleinen Manufakturen und Fabriken oder bei den Stadtwerken. Nach und nach aber entwickelt sich der Stadtteil zum bevorzugten Quartier von Studenten, jungen Familien und Künstlern. Mitten drin steht auch die 2001 vom Architekten Christoph Ingenhoven neu errichtete Zentrale der Düsseldorfer Stadtwerke. Ein moderner und transparenter Glaskasten an einer viel befahrenen Straße. Der Clou des Neubaus: Er ist geschickt mit dem Altbaubestand, insbesondere der imposanten Turbinenhalle, verzahnt. Den Stadtwerken in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt scheint es gut zu gehen. Trotzdem: So abgehoben wie die bundesweit tätigen großen Energiekonzerne geben sich die vergleichsweise kleinen Stadtwerke nicht. Das kommunale Unternehmen fühlt sich seit jeher dem Stadtteil, in dem es ansässig ist, verbunden. ...mehr